Haben Karlsruher genug Grundwasser? So ist die aktuelle Situation

Grundwasserspeicher in einer Stadt
Symbolbild © istockphoto/tuachanwatthana

Der Sommer war lang und trocken. Dies hatte in Karlsruhe große Auswirkungen auf die Böden und das Grundwasser.

Im September regnete es viel. Das hat positive Folgen. Die Böden in Karlsruhe sind wieder feuchter und die Situation beim Grundwasser entspannt sich. Trotzdem: Die Vorräte sind deutlich niedriger als im Vorjahr.

Regen füllte Bodenwasserspeicher wieder auf

Vor allem die nördlichen Regionen in Baden-Württemberg haben von dem vielen Regen im September profitiert. Der Boden ist wieder feuchter und in einigen Regionen, etwa Stutensee im Landkreis Karlsruhe ist der Bodenwasserspeicher wieder gut aufgefüllt.

Grundwasser wurde aber nicht neu gebildet. Die Neubildung beginnt erst in den nächsten Tagen und Wochen wieder. Voraussetzung dafür ist jedoch weiterer Regen. Dies erklärt die Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg (LUBW). Dies hat ihren Sitz in Karlsruhe. Für die Neubildung des Grundwassers ist das Winterhalbjahr besonders wichtig.

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Die Entstehung von Grundwasser

Grundwasser ist das Wasser im Boden. Es entsteht aus Regen, geschmolzenem Schnee, Hagel, Tau und Nebel. Denn diese versichern im Boden. Auch Bäche, Flüsse und Seen können das Grundwasser speisen.

Das Wasser gelangt durch Hohlräume in den Untergrund. Trifft es auf eine wasserundurchlässige Schicht, wie Ton, lagert sich das Wasser dort an und füllt die Poren im Boden. Ein Grundwasservorkommen kann mitunter 100 Meter mächtig sein – gemessen von oben bis unten.

Je nach Konsistenz des Bodens, dauert es sehr lange, bis Regen den Grundwasserspiegel erreicht. Bei Lössböden kann das bis zu zwanzig Jahre dauern. Und auch die Auswirkung der Dürreperioden kommt erst verzögert. Dies erklärte der LUBW-Experte Thomas Gudera Ende August. So sind auch die Trockenjahre 2018 bis 2020 noch nicht vergessen.

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Das Grundwasser hat nämlich ein langes Gedächtnis. Doch aufgrund mehrere Trockenperioden in Folge ist das Grundwasser in Baden-Württemberg derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Eine Auffüllung ist daher dringend notwendig.