„Hälfte der Standorte“: Deutscher Familienbetrieb gibt Filialen auf

Auf dem Bild ist ein großer Gebäudekomplex inmitten einer urbanen Umgebung zu sehen. Das Areal ist von Wohnhäusern, Grünflächen und weiteren Bauten umgeben. Es handelt sich um eine Firma aus Baden-Württemberg.
Symbolbild © imago/imagebroker

Ein deutscher Familienbetrieb gibt die Hälfte seiner Filialen auf und zieht damit einen Schlussstrich unter die bisherige Firmengeschichte. Die Geschäftsführung sieht nicht nur Probleme in der Wirtschaft, sondern auch massives Versagen in der Politik.

Ein deutscher Familienbetrieb gibt nun einen Teil seiner Filialen auf und schließt damit die Hälfte seiner Standorte. Die Inhaber sahen aufgrund der derzeitigen Lage einfach keinen anderen Weg, um auf Erfolgskurs bleiben zu können.

Ein weiterer Betrieb zieht Konsequenzen: „Versagen auf ganzer Linie“

Im letzten Jahr lief vieles nicht rund in Deutschland. Insbesondere in der Automobilindustrie bangte man um die Wettbewerbsfähigkeit. Sparmaßnamen, darunter massiver Stellenabbau, sollten die Autobauer und deren Zuliefererbetriebe über Wasser halten. Doch so einfach gestaltet sich die Situation dann nicht. Große deutsche Automarken mussten Umsatzeinbußen bekanntgeben. Abhängige Zuliefererbetriebe mussten Insolvenz anmelden oder bereits zuvor Personal abbauen, damit es nicht zu einer Pleite kommt. Nun muss ein weiterer deutscher Familienbetrieb Konsequenzen ziehen und die Hälfte seiner Filialen schließen. Die Inhaber sehen ein Versagen auf ganzer Linie – in der Politik.

Deutscher Familienbetrieb gibt Filialen auf: „Müssen uns auf die Zukunft einstellen“

Nun zieht ein weiterer deutscher Familienbetrieb, der ebenfalls zur Autoindustrie gerechnet wird, die Konsequenzen und schließt zwei seiner vier Filialen. Die Autohaus Christmann GmbH aus Grünstadt in Rheinland-Pfalz hat mit strukturellen Problemen zu kämpfen. Unter anderem fehlt dem Autohaus das Personal. Früher seien auf eine freie Ausbildungsstelle acht bis zehn Bewerber gekommen. Heute gibt es keine mehr. Immer weniger junge Menschen würden sich für Autos interessieren, so der Inhaber des Autohauses. Zudem haben die Umsätze in der letzten Zeit nachgelassen.

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Deshalb soll eine Filiale in Worms und die in Ludwigshafen am Rhein geschlossen werden. Das Autohaus in der August-Horch-Straße in Worms und die Filiale in Grünstadt sollen weiterhin geöffnet bleiben. Von der Schließung betroffen sind vier Auszubildende und 21 Festangestellte. Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Keiner der 25 Mitarbeiter muss gehen. Sie werden auf die anderen beiden Filialen verteilt, womit endlich alle offenen Stellen besetzt wären, so die Geschäftsführung. Eine große Mitschuld gibt der Betreiber des Autohauses der Politik. Der Umgang mit den E-Autos habe enorme Auswirkungen auf die Automobilbranche und bringe Betriebe wie das Autohaus Christmann GmbH in eine missliche Lage.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Autohaus Christmann)