Handel schlägt Alarm: Bis zu 1.000 Geschäfte in Bayern bedroht

Eine Einkaufsstraße in Deutschland, genauer gesagt in Baden-Württemberg. Es ist ein voller Tag in der Innenstadt. Passanten laufen durch die Straße. Sie gehen shoppen und schauen in die verschiedenen Geschäfte hinein.
Symbolbild © istockphoto/thehague

Es sind düstere Aussichten: Bereits das Geschäftsjahr 2025 verlief für viele nicht wie erhofft ‒ und jetzt schlägt der Handel erneut Alarm. Allein in Bayern könnten die Geschäfte laut Fachleuten reihenweise bis Ende 2026 schließen.

2026 sollte alles besser werden. Von einer wirtschaftlichen Erholung ist Deutschland jedoch weit entfernt. Tausende Händler bangen um ihren Fortbestand.

Konsumklima im Keller: Menschen in Deutschland geben weniger aus

Ob Kleidung, Technik oder Möbel ‒ die Kauflust nimmt in Deutschland weiter ab. Das HDE-Konsumbarometer bestätigt die besorgniserregende Entwicklung nun: Sowohl im April als auch im Mai 2026 ist das Barometer im Vergleich zu den Vormonaten gesunken ‒ so tief wie seit Januar 2024 nicht mehr. Damit spitzt sich die Situation für viele Händler dramatisch zu.

Dass insbesondere der stationäre Handel zu kämpfen hat, zeigt sich vielerorts am sich verändernden Stadtbild. In den Einkaufsstraßen stehen teils geschlossene Geschäfte, während sich der Fokus zunehmend auf den Onlinehandel verlagert. Zwar ist vor allem die Kaufzurückhaltung der Verbraucher ein ausschlaggebender Punkt für die Entwicklung. Zugleich zeigt sich jedoch, dass auch hohe Betriebsausgaben immer mehr Händler in eine existenzielle Schieflage treiben. Der Konflikt rund um den Iran hat die Preislage noch einmal verschärft.

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Handel schlägt Alarm ‒ in Bayern drohen zahlreiche Schließungen

Der Handelsverband Bayern ist inzwischen alarmiert: Bis Ende 2026 sei es durchaus möglich, dass bei bis zu 1.000 Geschäften im Freistaat die Lichter ausgehen. Auch in Nordrhein-Westfalen sieht die Entwicklung bislang eher düster aus. Nach Informationen des Handelsverbands NRW haben fast 50 Prozent der Händler im Jahr 2025 einen Rückgang beim Umsatz verzeichnet ‒ und auch das Weihnachtsgeschäft ließ offenbar zu wünschen übrig.

Für viele Händler ist das Weihnachtsgeschäft im Normalfall die umsatzstärkste Phase des gesamten Jahres. Trotz eines durchwachsenen Geschäftsjahres hoffen deshalb viele auf bessere Aussichten im November und Dezember. Bleiben die erhofften Umsätze im Saisongeschäft jedoch unter dem üblichen Niveau, verschärft sich die Existenzkrise ‒ und nicht selten droht die Insolvenz. Wie viele Händler in Deutschland ihr Geschäft bis Ende des Jahres tatsächlich aufgeben müssen, bleibt abzuwarten.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, ifo-Institut, Handelsverband Bayern, NIM)