Handwerk im Kollaps: 5.000 Insolvenzen – jeder Sechste vorm Aus

Ein nicht zu erkennender Handwerker hält in der rechten Hand einen Akkubohrer mit einer Lichtanzeige. Er schraubt gerade den Rahmen für ein Fenster fest, den er mit der linken Hand festhält. Der Handwerker trägt Arbeitshandschuhe.
Symbolbild © imago/Sven Simon

Diese Ergebnisse lassen für dieses Jahr nicht viel Hoffnung zu: Im Handwerk gab es im letzten Jahr knapp 5.000 Insolvenzen, so viele, wie schon lange nicht mehr. Jeder sechste Betrieb soll vor dem Aus stehen.

Mit einem Hoch von knapp 5.000 Insolvenzen im Handwerk sieht die Lage so schlimm aus wie schon seit Jahren nicht mehr. Und die Probleme nehmen nicht ab. Ganz im Gegenteil: Jeder sechste Handwerksbetrieb steht laut Expertenmeinung vor dem Aus.

Zu viele Probleme: Handwerksbetriebe müssen aufgeben

Die Lage der Handwerksbetriebe hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Wie Auswertungen zeigen, fehlt es in den Betrieben der Branche an 200.000 Kräften. Doch nur wenige junge Menschen wollen den Weg ins Handwerk gehen. Laut Experten hat dies gleich mehrere Gründe. Zum einen herrscht in vielen Elternhäusern immer noch die Meinung vor, dass nur eine akademische Ausbildung wirklich viel Geld für den Nachwuchs einbringt. Dabei kann man, so die Experten, im Handwerk viel mehr verdienen. Zum anderen wollen sich die jungen Menschen nicht sofort festlegen. Sie haben das Gefühl, dass sie diesen Job dann ihr ganzes Leben lang ausüben müssen. Für die heutigen Generationen ein absolutes No-Go.

Doch nicht nur an Auszubildenden fehlt es den Handwerksbetrieben. Auch Fachkräfte, die bereit sind, einen bestehenden Betrieb zu übernehmen, finden sich immer seltener. Da die Babyboomer in diesem und in den nächsten Jahren in Rente gehen, verschwinden immer mehr qualifizierte Fachkräfte vom Arbeitsmarkt.

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5.000 Insolvenzen im Handwerk: Jeder sechste Betrieb wird wohl verschwinden

Aufgrund der Probleme im Handwerk finden die Betriebe, die meistens kleine und mittlere Familienbetriebe sind, keine Nachfolger mehr. Die Übergabe von einer Generation zur nächsten spielt nicht mehr eine solche große Rolle wie noch vor einigen Jahren. Immer mehr Kinder entscheiden sich, einen anderen Beruf auszuüben als ihre Eltern. Ein Nachfolger lässt sich nur schwer finden.

Da die Kosten gestiegen sind und die Kunden deutlich zurückhaltender sind, gehen auch die Umsätze der Handwerksbetriebe zurück. Viele mussten Insolvenz anmelden und ihren Betrieb komplett aufgeben. 2025 mussten 4.950 Handwerksbetriebe einen Insolvenzantrag stellen. Seit über zehn Jahren ist dies die höchste Anzahl an Insolvenzen. Experten können auch keine Entwarnung geben. Sie rechnen damit, dass jeder sechste Betrieb in diesem Jahr vom Markt verschwinden wird. Auch, wenn sich das Handwerk für dieses Jahr leicht optimistisch zeigt und mit Umsatzsteigerungen rechnet.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Creditreform, Zentralverband des Deutschen Handwerks, dpa, Welt)