Hiobsbotschaft: Zahlreiche Galeria-Standorte stehen auf der Kippe

Der riesige Eingang einer Galeria Kaufhof Filiale, vor der sich viele Menschen befinden. Einige stehen in einer Schlange, andere in Grüppchen davor.
Symbolbild © istockphoto/DaLiu

Die Hoffnung auf einen Neustart war groß. Mit einer neuen Finanzierung wollte Galeria den nächsten Schritt aus der Krise schaffen und den Warenhauskonzern langfristig stabilisieren. Doch statt Entwarnung folgt nun die nächste Hiobsbotschaft: Zahlreiche Standorte stehen auf der Kippe.

Das Unternehmen hat sich eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro gesichert. Die Finanzierung soll den laufenden Betrieb absichern und den geplanten Sanierungskurs ermöglichen. Wer nun allerdings auf eine sorgenfreie Zukunft gehofft hatte, wird enttäuscht. Denn das Geld bedeutet nicht automatisch, dass alle Warenhäuser erhalten bleiben.

Galerie-Standorte in Gefahr: Zahlreiche Geschäfte stehen auf der Kippe

Der Kredit verschafft Galeria vor allem Zeit. Zeit, um die wirtschaftliche Lage jedes einzelnen Standorts genau zu analysieren und das Filialnetz neu auszurichten. Nach derzeitigen Planungen sollen rund 30 der noch 83 Warenhäuser besonders intensiv überprüft werden. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die Geschäfte dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden können oder ob Veränderungen notwendig sind. Ein entscheidender Faktor sind dabei die Mietkosten. Galeria will in den kommenden Monaten mit Vermietern über niedrigere Mieten und flexiblere Vertragsbedingungen verhandeln. Gelingt das nicht, könnten weitere Schließungen folgen.

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Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil des neuen Kredits zunächst gar nicht in die Modernisierung der Warenhäuser fließt. Nach Unternehmensangaben werden mit den Mitteln zunächst bestehende finanzielle Verpflichtungen erfüllt. Dazu gehören unter anderem die Ablösung eines älteren Darlehens, ausstehende Mietzahlungen sowie der Einkauf neuer Ware für die kommenden Verkaufsmonate. Erst danach bleibt Spielraum für Investitionen in die Zukunft.

Millionenkredit reicht nicht aus – Galeria-Standorte auf der Kippe

Handelsexperten sehen die Entwicklung deshalb mit gemischten Gefühlen. Zwar verschafft die Finanzierung dem Unternehmen Luft, sie löst jedoch nicht die grundlegenden Herausforderungen des stationären Einzelhandels. Hohe Betriebskosten, eine zurückhaltende Konsumstimmung und die starke Konkurrenz des Onlinehandels setzen Warenhäusern seit Jahren unter Druck. Für die rund 12.000 Beschäftigten bedeutet die neue Sanierungsrunde vor allem eines: erneute Unsicherheit.

Viele Mitarbeiter haben bereits mehrere Restrukturierungen und Insolvenzen erlebt. Nun müssen sie erneut darauf hoffen, dass ihre Filiale zu den wirtschaftlich tragfähigen Standorten zählt. Wie viele Häuser am Ende tatsächlich schließen werden, ist derzeit noch offen. Fest steht jedoch, dass Galeria in den kommenden drei Jahren deutlich schlanker und wirtschaftlicher dastehen soll.

(Quellen: Galeria, dpa, Gordon Brothers, AlixPartners)