Hitze verschärft Waldbrandgefahr: Experten schlagen Alarm

Eine Fotomontage eines Waldes der in Brand steht, sowie einem vom Feuer bedrohten Acker davor. Die Rauchschwaden verteilen sich langsam über das ganze Bild und davor prangt eine rot-weiße Banderole, auf der in Großbuchstaben „Waldbrand Gefahr“ steht.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Die Hitze bringt Deutschland ins Schwitzen – und die Wälder in höchste Gefahr. Experten schlagen Alarm, denn Trockenheit und extreme Temperaturen können kleine Unachtsamkeiten schnell zur Katastrophe werden lassen.

Die Hitze hat Deutschland fest im Griff – und mit jedem weiteren heißen Tag wächst die Gefahr. Während Flüsse rekordverdächtig wenig Wasser führen, steigt auch die Waldbrandgefahr dramatisch.

Ein Funke kann zur Katastrophe werden

Deutschland erlebt derzeit die dritte Hitzewelle des Jahres. In Köln hat der Rhein mittlerweile einen historischen Tiefstand erreicht. Gleichzeitig greifen immer mehr Kommunen zu Regeln und Einschränkungen beim Trinkwasserverbrauch. Doch eine Gefahr lauert dort, wo die Folgen der Trockenheit besonders schnell eskalieren können: im Wald. Nach den verheerenden Waldbränden in Frankreich und Spanien ist die Feuergefahr auch in Deutschland und den Nachbarländern angekommen. An der deutschen Grenze brennt es bereits, in den Niederlanden geriet zuletzt ein Großbrand in einem Naturschutzgebiet bei Oostrum außer Kontrolle.

Auch in Deutschland schlagen Experten Alarm. Besonders angespannt ist die Lage dabei unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Temperatur. Hitze allein entzündet normalerweise keinen Wald. Fast immer steckt ein menschlicher Auslöser dahinter. Ist der Boden jedoch staubtrocken, kann sich ein Feuer rasend schnell ausbreiten. Auch starke Unwetter können die Situation verschärfen. Umso wichtiger ist jetzt Vorsicht. Zigarettenreste gehören weder aus dem Autofenster noch in den Wald geworfen. Grillen und offenes Feuer sind in Waldnähe tabu. Auch Kerzen, Fackeln und Laternen können gefährlich werden. Fahrzeuge sollten niemals auf trockenem Gras abgestellt werden. Gleichzeitig müssen Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungskräfte unbedingt frei bleiben.

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Tausende Hektar Wald bereits verloren

Wie ernst die Situation werden kann, zeigt ein Blick auf das vergangene Jahr: Rund 2.600 Hektar Wald gingen in Deutschland durch Brände verloren – eine Fläche von etwa 3.676 Fußballfeldern. Die Zahl der Waldbrände lag mehr als doppelt so hoch wie im Jahr zuvor. Als ein wichtiger Grund gilt das besonders trockene Frühjahr. Die Bekämpfung von Waldbränden fällt in den Bereich des Bevölkerungsschutzes und Katastrophenmanagements. Verantwortlich sind hauptsächlich Kommunen und Länder sowie das Bundesministerium des Innern.

Auch die Bundesregierung setzt auf Vorbeugung. Gemeinsam mit den Ländern werden unter anderem feuerhemmende Baumarten für Waldbrandschutzstreifen, Brandschutzschneisen, Wundstreifen sowie Feuerlöschteiche und Löschwasserstellen gefördert. Zusätzlich laufen Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur besseren Waldbrandvorsorge.

(Quellen: DWD, Deutscher Forstwirtschaftsrat, Waldbrandgefahrenindex)