
Ein herber Schlag trifft Hunderte Mitarbeiter, denn Varta schließt ein deutsches Werk endgültig. Dies ist jedoch nicht nur für die Angestellten eine Katastrophe, sondern auch für die komplette Region.
Hunderte Mitarbeiter schauen nun in eine ungewisse Zukunft, sie brauchen dringend eine neue Perspektive. Denn mit Varta schließt ein bedeutendes Werk in Deutschland seine Türen für immer.
Weiteres Unternehmen schließt Werk: „Alarm für den Wirtschaftsstandort Deutschland“
Fast gebetsmühlenartig weisen die Unternehmen in Deutschland immer wieder auf die Defizite hin. Die Bürokratie ist zu undurchdringlich und aufwändig, Investitionen in fortgeschrittene Technologie wird nicht gefördert. Und in Sachen Digitalisierung hingt das Land weit hinter anderen her. Keine optimalen Bedingungen, um die Konzerne in Deutschland zu halten, sagen Experten. Ein Werk nach dem anderen schließt. Die Produktion der hier ansässigen Teile werden im Ausland hergestellt. Hier sind nicht nur die Bedingungen günstiger, sondern auch das Personal und die Herstellung an sich. Eigentlich sollte diese Entwicklung, die bereits seit Monaten stattfindet, die Politik endlich wachrütteln und zum Handeln bewegen. Doch so schießt nun mit Varta ein weiteres Unternehmen ein Werk, in dem Hunderte Mitarbeiter einen festen Job hatten.
Varta schließt deutsches Werk endgültig – der Konzernspitze bleibt nichts anderes mehr übrig
Mit seinem Werk im bayerischen Nördlingen schließt Varta eine Produktionsstätte von Knopfzellen, in der ca. 350 Mitarbeiter eine Arbeitsstelle innehatten. Laut Aussage des Unternehmens bleibt keine andere Möglichkeit, als die Türen für immer zu schließen. Dies soll bis Ende Oktober dieses Jahres geschehen. Der Betriebsrat und die Angestellten wurden diesen Montag bereits darüber informiert. Man stehe ganz am Anfang und wolle zusammen mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen finden, zum Beispiel die Übernahme der Beschäftigten an einem anderen Standort. Auch die Gläubiger müssten der Abwicklung des Werks in Nördlingen zustimmen. Alle notwendigen Schritte seien bereits in die Wege geleitet, heißt es.
Doch viele fragen sich, wieso es überhaupt zur Werksschließung kommen muss. Die Antwort liegt laut Unternehmen auf der Hand: Ein Großkunde, der den Hauptumsatz des Werks in Nördlingen ausmachte, habe den Vertrag gekündigt. Die benötigten Knopfzellen werden nun im Ausland produziert. Zwar habe man bereits neue Kunden hinzugewinnen können, aber diese kämen nicht ansatzweise an das Volumen des Großkunden heran. Die Nachfrage der neuen Kundschaft könne man auch bequem in einem anderen Werk erledigen, heißt es. Offiziell bestätigt hat Varta den kündigenden Kunden nicht. Viele spekulieren jedoch, dass es sich dabei um Apple handelt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Wirtschaftswoche, dpa, AFP)














