Im Tierpark! Skurriler Einsatz für Forscher in Baden-Württemberg

Symbolbild

Karlsruhe-Insider: Der Berberaffe lässt Brigitte Schlögl nicht aus den Augen. Er sitzt auf einem Baumstamm und beobachtet aufmerksam, wie die Wissenschaftlerin der Universität Leipzig eine Erdnuss in ein graues Abflussrohr fallen lässt.

Als die Forscherin ein paar Schritte zurückgeht, flitzt das Männchen vom Baum, steckt den Arm in das Rohr und schnappt sich die Nuss. Schlögl sieht zufrieden aus. Denn was das
Tier nicht ahnt: Es soll bei einer Studie helfen, die auf dem Affenberg in Salem am Bodensee den Geruchssinn von Berberaffen untersucht.


Die Forschungen drehten sich vor allem um die Frage, welche sozialen Informationen Affen aus dem Geruch anderer Artgenossen herauslesen können, sagt Schlögl. «Erkennen sie Individuen am Geruch? Können sie eine Verwandtschaft feststellen oder auch den Rang des anderen Tieres?» Um das zu analysieren, muss die Wissenschaftlerin zunächst
einmal Duftproben der Affen sammeln.

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Und genau dafür ist das Abflussrohr gedacht, das mit einem Gurt an einem Baum befestigt wird: Auf der Innenseite wird Watte angebracht; wenn die Tiere ihren Arm hineinstecken, bleiben Duftstoffe daran hängen. Diese werden von den Forschern dann konserviert.

In einem zweiten Schritt werden die Duftproben wiederum den Affen angeboten – in eine Art Teesieb gepackt, das in einer Kiste befestigt wird. Schlögl und ihre Kollegen messen dann unter anderem, wie lange die Tiere an verschiedenen Düften riechen – in der Annahme, dass die Affen sich länger für einen Duft interessieren, wenn er ihnen viele
Informationen gibt und ihr Interesse weckt. Bisher hätten die Vorversuche gut funktioniert und die Berberaffen seien sehr interessiert gewesen, sagt Schlögl. Ihre Forschung ist insgesamt auf drei Jahre angelegt. /dpa