
Kaum ein Thema wird in Deutschland so hart diskutiert wie die Rundfunkgebühren. Im direkten europäischen Vergleich fällt auf, dass Deutschland in dieser Hinsicht zu den Spitzenreitern gehört, während andere Länder das System vollständig abgeschafft haben.
Im internationalen Vergleich zählt Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Rundfunkgebühren. Derzeit beträgt der monatliche Rundfunkbeitrag 18,36 Euro pro Haushalt, was einer jährlichen Belastung von über 200 Euro entspricht. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im oberen Bereich und zählt nahezu zu den Spitzenreitern.
Rundfunkgebühren: Deutsche zahlen am meisten
Zum Vergleich: In vielen europäischen Ländern existieren ebenfalls verpflichtende Rundfunkabgaben zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Sender. In Großbritannien etwa wird eine sogenannte TV-Lizenz fällig, deren Jahresbetrag umgerechnet ebenfalls im hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich liegt. Auch in skandinavischen Ländern wie Dänemark oder Schweden wurde lange eine klassische Rundfunkgebühr erhoben. Teilweise wurde diese inzwischen in eine steuerähnliche Abgabe umgewandelt, die einkommensabhängig erhoben wird.
Deutschland setzt hingegen auf ein haushaltsbezogenes Modell. Seit der Reform im Jahr 2013 ist nicht mehr entscheidend, ob ein Fernseh- oder Radiogerät vorhanden ist. Maßgeblich ist, ob ein Haushalt besteht. Pro Wohnung wird der einheitliche Beitrag fällig – unabhängig von der Anzahl der dort lebenden Personen oder der tatsächlichen Nutzung des Angebots.
Europäisches Land schafft Rundfunkgebühr komplett ab
In den nordischen Ländern hat sich das Modell zuletzt verändert. So hat Schweden die klassische Rundfunkgebühr im Jahr 2019 abgeschafft und finanziert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nun über eine einkommensabhängige Steuer. Wer wenig verdient, zahlt entsprechend weniger; der Höchstbetrag liegt jedoch bei rund 130 Euro jährlich. Dänemark ist einen ähnlichen Weg gegangen und hat die Rundfunkgebühr schrittweise abgeschafft. Die Finanzierung erfolgt dort inzwischen vollständig über Steuern.
Komplett ohne separate Rundfunkgebühr kommen unter anderem Spanien und die Niederlande aus. In Spanien wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk über staatliche Mittel sowie Abgaben privater Medienunternehmen finanziert. Eine direkte Haushaltsabgabe gibt es dort nicht. Auch in den Niederlanden wird das System überwiegend aus dem Staatshaushalt getragen. Deutschland gehört damit zwar nicht zur absoluten Spitze in Europa, bewegt sich aber im oberen Feld.
(Quellen: GEZ, Rundfunkgebühren, dpa)














