Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund finden einen Job

Ein Arbeiter in blauer Arbeitskleidung und Kappe bewegt in einer Werkhalle mit einem Hebezeug schwere blaue Eimer. Er trägt weiße Handschuhe, arbeitet konzentriert und steht zwischen weiteren Behältern und Arbeitsgeräten. Im Hintergrund sind Werkzeuge, Sicherheitszeichen, Fässer sowie Pläne an der Wand zu sehen.
Symbolbild © imago/CTK Photo

Während viele noch über Fachkräftemangel und Krisen klagen, zeigt sich in Krefeld ein überraschender Trend: Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund finden einen Job – und das verändert den Arbeitsmarkt spürbar.

Auf dem Arbeitsmarkt in Krefeld passiert mehr, als die Zahlen auf den ersten Blick verraten – besonders eine Gruppe überrascht jetzt und sorgt für Diskussionen.

Zwischen Stabilität und Fachkräftelücke

Zwischen Mai und Juni sank die Zahl der arbeitssuchend gemeldeten Menschen minimal von 19.741 auf 19.731. Auch bei den arbeitslos gemeldeten Personen bewegt sich kaum etwas – hier steigt die Zahl sogar leicht von 13.419 auf 13.429. Doch der Blick aufs Jahr zeigt eine andere Richtung: Im Vergleich zu Juni 2025 sind 355 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Die Quote fällt spürbar von 11,1 auf 10,7 Prozent. Und das, obwohl die Wirtschaft alles andere als entspannt wirkt: Ölpreisschocks, internationale Handelskonflikte und schwache Binnenkonjunktur drücken vielerorts auf die Stimmung. Auch Stellenabbau in der Region – etwa im Chempark oder bei Industrieunternehmen – sorgt für Verunsicherung.

„Auffällig ist, dass wir eine hohe Beschäftigungslosigkeit haben, zugleich aber eine stetig zunehmende Zahl offener Stellen“, sagt Claudia Kamper von der Agentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen. Der Grund sei ein klassisches „Mismatch“: Viele Betroffene hätten keine formale Qualifikation, während Unternehmen dringend Fachkräfte suchten.

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Ein überraschender Trend bei Migranten

Besonders interessant wird es beim Blick auf die Herkunft. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich geht ausschließlich auf Menschen mit ausländischem Pass zurück. Ihre Zahl sank um 375 Personen – ein Minus von 6,8 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl erwerbsloser Menschen mit deutschem Pass sogar leicht um zwanzig Personen. Für Kamper ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger Programme. Zentrale Rolle spiele der Spracherwerb, der zwar Zeit benötige, aber nun Wirkung zeige. Auch Förderprogramme für Arbeitgeber tragen dazu bei. Unternehmen erhalten zeitweise bis zu 100 Prozent Lohnkostenerstattung, wenn sie gering qualifizierte Personen einstellen und anlernen. So entstehe aus ungelernten Kräften Schritt für Schritt Fachpersonal.

Bundesweit bestätigt sich der Trend nur teilweise. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni auf 2,936 Millionen, ein Minus von 15.000. Die Quote liegt bei 6,2 Prozent. Gleichzeitig bleibt der Ausbildungsmarkt angespannt: 409.000 gemeldete Lehrstellen stehen 400.000 Bewerbern gegenüber – rund 181.000 junge Menschen suchen noch. Der Markt bleibt damit in Bewegung, auch wenn sich die großen Sprünge derzeit nicht zeigen.

(Quellen: Agentur für Arbeit Krefeld/Kreis Viersen, RP Online, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)