
Immer mehr Betriebe kehren Deutschland den Rücken. Ihr Geld lassen sie lieber ins Ausland fließen. Nun belegt eine aktuelle Auswertung, wie es tatsächlich um den Wirtschaftsstandort Deutschland steht und warum Unternehmen diesen Schritt gehen.
Der Druck auf die deutsche Wirtschaft nimmt zu. Jetzt wollen immer mehr Firmen lieber ins Ausland investieren. Die Ergebnisse einer neuen Auswertung untermauern die Entwicklung.
Warum immer mehr Betriebe Deutschland den Rücken kehren
Bürokratische Hürden, hohe Energiekosten und weitere Herausforderungen haben der Wirtschaft in den letzten Jahren deutlich zugesetzt. Auch steigende Kosten für das Personal stellen viele Unternehmen vor eine schwierige Aufgabe. Hinzu kommen Unternehmensinsolvenzen auf Rekordniveau aus dem Jahr 2025. Für 2026 wird mit weiteren Firmenpleiten gerechnet. Nun zeigt eine Auswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine klare Tendenz: Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Investitionen ins Ausland.
43 Prozent der Industrieunternehmen beabsichtigen laut DIHK-Auswertung, Geld ins Ausland zu investieren. Angesichts der gestiegenen Ausgaben der letzten Jahre dürften Fachleute wohl wenig überrascht sein. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es insgesamt drei Prozent weniger Betriebe, die das Ausland bevorzugt haben. Die Tendenz zeigt, dass sich das Interesse klar vom Standort Deutschland weg in andere Länder verlagert, insbesondere mit dem Ziel der Kostenersparnis.
DIHK-Sonderauswertung belegt den Trend klar
Mit über 60 Prozent sind Investitionen innerhalb des europäischen Auslands noch immer am beliebtesten. Zudem steigen Kapitaleinsätze deutscher Betriebe auch in Asien. Das gilt etwa für China. Nordamerika verliert hingegen etwas an Attraktivität. Unsichere Bedingungen in Deutschland und auch Vertrauensverlust sollen laut Experten eine wichtige Rolle für die Entwicklung spielen, die viele besorgt.
Doch das ist nicht alles: Weil Gelder jetzt hauptsächlich aus Kostengründen ins Ausland fließen und nicht zur Erschließung neuer Märkte, würde außerdem der sonst positive Effekt durch eine Rückkopplung für Deutschland nicht eintreten. Die DIHK verweist auf notwendige Entlastungen für den Standort Deutschland, damit er wieder wettbewerbsfähiger wird. Andernfalls müsste man zunehmend mit dem Wegfall von Betrieben und Jobs rechnen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, DIHK, Reuters)














