Infizierte: Norovirus-Variante breitet sich rasant in Deutschland aus

Mehrere vergrößerte, komplex strukturierte und kugelförmige Mikroorganismen oder Viren, die in blau-grünen Farbtönen dargestellt sind. Sie besitzen zahlreiche stachelartige Ausläufer.
Symbolbild © istockphoto/Gilnature

Heftiges Erbrechen, Durchfall und steigende Fallzahlen: Eine neue Norovirus-Variante breitet sich rasant in Deutschland aus. Experten warnen vor massenhaften Infektionen – besonders in Kitas, Schulen und Pflegeheimen.

Erst schleichend, dann explosionsartig: Eine Magen-Darm-Welle rollt durch Deutschland. Fachleute schlagen Alarm – und viele ahnen noch nicht, wie ansteckend sie ist.

Achtung: Neue Variante, neue Gefahr

Immer mehr Menschen klagen über plötzliches Erbrechen, heftige Bauchkrämpfe und Durchfälle. Noch bevor der eigentliche Höhepunkt der Saison erreicht ist, melden Behörden ungewöhnlich viele Erkrankungen. Schon im November lag die Virusaktivität auffällig hoch. Normalerweise erreicht die Norovirus-Saison ihren Höhepunkt erst Anfang Januar. Doch dieses Mal läuft alles schneller. In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut bis Mitte November 5.396 Fälle registriert, deutlich mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Dunkelziffer dürfte erheblich sein, denn viele Betroffene suchen keine ärztliche Hilfe auf.

Der Grund für die rasante Ausbreitung trägt einen Namen: GII.17. Diese neue Norovirus-Variante bereitet Fachleuten weltweit Sorgen. Besonders in den USA, aber auch in Europa, treibt sie die Infektionszahlen nach oben. Gegen neue Varianten besitzt die Bevölkerung kaum Immunität. Das Virus kann sich nahezu ungebremst verbreiten.

Hochansteckend und kaum aufzuhalten

Noroviren überleben Temperaturen von minus zwanzig bis plus sechzig Grad und haften an Türgriffen, Geländern oder Aufzugtasten. Die Symptome setzen meist nach sechs bis fünfzig Stunden ein und halten zwölf bis 48 Stunden an. Typisch sind starkes Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren und Menschen über 65 Jahren. Der massive Flüssigkeits- und Salzverlust kann für sie lebensbedrohlich werden.

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Eine Impfung gibt es nicht. Umso wichtiger ist die richtige Reaktion: viel trinken, am besten stilles Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Gut verträglich sind zudem Zwieback, Banane, Reis, Haferbrei oder klare Suppen. Fettiges, Süßes, Alkohol und Kaffee sollten tabu sein. Ist der Durchfall sehr stark und hält länger als 24 Stunden an, können Medikamente eingesetzt werden, sogenannte Antidiarrhoika. Sie können den Durchfall eindämmen, sollten aber nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Das Virus wird überwiegend von Mensch zu Mensch übertragen, aber auch über kontaminierte Lebensmittel oder Schmierinfektionen. Und selbst nach Abklingen der Symptome kann es noch bis zu zwei Wochen ausgeschieden werden. Die wichtigste Waffe bleibt deshalb simpel – aber entscheidend: gründliche Handhygiene.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Robert Koch-Institut)