Innenstädte sterben: 70.000 Läden in Deutschland verschwunden

Ein geschlossenes Geschäft in der Innenstadt. Zwei Kundinnen stehen vor einem abgeriegelten Laden. Auf einem dunklen Schild steht: "Wir schließen". Das Schaufenster ist leer und nicht mehr befüllt.
Symbolbild © imago/Ralph Peters

Was zunächst wohl nur als subjektive Wahrnehmung zu deuten war, zeigt sich nun auch in der Statistik: In den Innenstädten sind 70.000 Läden verschwunden. Damit locken deutsche Großstädte keine Menschen mehr an.

In den deutschen Innenstädten sterben die Läden aus, 70.000 sind inzwischen verschwunden. Damit zeigt sich, dass ein zunächst angenommener Trend nun auch in den Statistiken angekommen ist. Das Beunruhigende ist, dass Experten keine Entwarnung geben können.

Deutschlands Innenstädte sterben: Immer weniger Menschen in der City

Wenn man von seinen Eltern als Teenager oder junger Erwachsener gefragt wird, was man heute Nachmittag tun wollte, war die Antwort: mit Freunden in die Stadt fahren. Wer schlendert nicht gerne an einem sonnigen Tag durch die belebte Innenstadt, sucht die Geschäfte auf und gönnt sich den einen oder anderen Artikel? Doch viele Geschäfte, wie man sie früher vorfand, gibt es nicht mehr. Inzwischen stehen viele Gebäude in den Innenstädten leer. Geschäfte haben ihre Waren und Regale ausgeräumt. Einen Nachmieter gibt es nicht mehr. Aufgrund dieses traurigen Bildes zieht es immer weniger Menschen in die deutschen Innenstädte.

70.000 Läden sind verschwunden – Sterben der Innenstädte

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Was die Bürger zunächst nur als subjektives Bild wahrgenommen haben, belegen jetzt jedoch die Statistiken. Seit 2015 haben 70.000 Geschäfte ihren Betrieb aufgegeben. Betrug die Anzahl der Läden Ende 2015 in den Innenstädten noch 372.000, beträgt sie jetzt nur noch ca. 300.000. Und die Experten können keine Entwarnung geben. In diesem Jahr rechnen sie mit weiteren 4.900 Geschäften, die aufgeben werden. Damit sinkt die Anzahl der Einzelhandelsläden erstmals auf unter 300.000. Mit dieser drastischen Entwicklung rechnet der Handelsverband Deutschland. In diesen Zahlen hat er Öffnungen und Schließungen bereits berücksichtigt.

Ein Problem sehen die Experten im zurückhaltenden Kaufverhalten der Kunden. Seit der Corona-Pandemie sei dort einfach der Wurm drin. Denn die zwangsweisen Schließungen haben zu massiven Umsatzeinbußen geführt. Davon habe sich der Einzelhandel noch nicht erholt. Zudem setzt der Online-Handel den stationären Geschäften sehr zu. Die Kunden kaufen lieber im Netz ein. Hier gibt es mehr Auswahl zu günstigeren Preisen. Die Mehrheit der Händler sieht auch 2026 kein gutes Jahr auf sich zukommen. Lediglich vierzehn Prozent der Geschäfte schätzen ihre Lage als gut ein.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, HDE, Allianz Trade, dpa)