
Die Krise im deutschen Einzelhandel trifft den nächsten bekannten Namen. Nur wenige Monate nach einer umfassenden Sanierung muss der Non-Food-Discounter KODi erneut Insolvenz anmelden. Für Kunden und Beschäftigte ist das ein herber Rückschlag, denn zahlreiche Filialen stehen nun erneut auf dem Prüfstand.
Das Unternehmen hat beim Amtsgericht Halle (Saale) ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und das Unternehmen neu aufzustellen. Gleichzeitig macht die Geschäftsführung deutlich, dass schmerzhafte Einschnitte unvermeidbar sein werden.
Hunderte Filialen sind betroffen: Mehrere Märkte sollen wohl schließen beim Discounter
Nach den aktuellen Planungen könnten rund 50 der noch etwa 150 Filialen geschlossen werden. Welche Standorte betroffen sind, steht allerdings noch nicht fest. Sicher ist allerdings, dass mit den Schließungen auch Arbeitsplätze verloren gehen dürften. Derzeit beschäftigt KODi nach eigenen Angaben rund 1.200 Mitarbeiter.
Als Gründe für die erneute Schieflage nennt das Unternehmen die weiterhin schwache Konsumstimmung sowie den hohen Kostendruck im Einzelhandel. Gestiegene Energiepreise, höhere Lohn- und Mietkosten sowie der zunehmende Wettbewerb durch Onlinehändler und andere Handelsketten erschweren nach Angaben der Geschäftsführung eine wirtschaftliche Entwicklung. Besonders bitter: Erst 2024 hatte KODi ein Schutzschirmverfahren abgeschlossen. Damals hat sich das Filialnetz bereits deutlich verkleinert. Von rund 240 Standorten blieben etwa 150 übrig, mehr als 500 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Die Hoffnung auf einen dauerhaften Neustart hat sich damit vorerst nicht erfüllt.
Zukunft offen: Discounter landet schon wieder in der Insolvenz
Für die Kunden ändert sich zunächst nichts. Alle Filialen bleiben vorerst geöffnet, und der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Auch die Gehälter der Beschäftigten sind nach Unternehmensangaben für die Monate Juli bis September über das Insolvenzgeld abgesichert. In den kommenden Wochen soll entschieden werden, welche Standorte langfristig eine Zukunft haben. Erst danach wird feststehen, welche Filialen geschlossen werden und wie stark das Filialnetz des Discounters weiter schrumpft.
Die erneute Insolvenz zeigt, wie schwierig die Lage vieler Handelsunternehmen derzeit ist. Selbst nach einer umfassenden Sanierung kämpfen zahlreiche Händler weiterhin mit steigenden Kosten und einer zurückhaltenden Kauflaune. Ob KODi diesmal der langfristige Neustart gelingt, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.
(Quellen: KODi Handels GmbH, Amtsgericht Halle (Saale), dpa)














