Insolvenz-Rekord: So viele Pleiten wie seit 20 Jahren nicht mehr

Symbolische Darstellung steigender Energiepreise. Im Vordergrund Stromleitungen und ein Strommast, im Hintergrund ein Schornstein und Hochspannungsleitungen. Darüber Diagrammkurven. Das Bild ist rötlich gefärbt.
Symbolbild © istockphoto/Andreas Balg

Deutschland ist ein Land von Familienunternehmen und über Jahrzehnte aufgebauten Firmen und Konzernen. Doch nun greift die Krise auch hier um sich und die BRD verzeichnet einen Insolvenz-Rekord mit so vielen Pleiten wie lange nicht.

Deutschland hat einen neuen Insolvenz-Rekord, denn durch die anhaltenden Krisen in Wirtschaft und Energie verzeichnet das Land so viele Pleiten von Unternehmen und Firmen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Wenn das Geschäft leiser wird – und die Warnsignale übersehen werden

Deutschlands Wirtschaft verändert sich spürbar. Während große Konzerne oft Schlagzeilen machen, geraten viele kleine Betriebe still und schleichend in Schwierigkeiten. Gerade diese Unternehmen bilden jedoch das Rückgrat vieler Regionen. Ein Blick in Innenstädte zeigt dabei die Entwicklung auf: Leerstände nehmen zu, Traditionsgeschäfte verschwinden, neue Konzepte halten sich oft nur kurz. Besonders betroffen sind Branchen, die stark von Kaufkraft und Baukonjunktur abhängen.

Neben steigenden Energie- und Materialkosten spielt auch das veränderte Konsumverhalten eine Rolle. Der Onlinehandel wächst weiter, während stationäre Anbieter zunehmend unter Druck geraten. Gleichzeitig steigen Fixkosten, die sich kaum flexibel anpassen lassen. Selbstständige können außerdem gezielt gegensteuern. Laut Beratungsstellen lassen sich durch Anbieterwechsel bei Strom, Versicherungen oder Logistik oft zweistellige Prozentbeträge sparen. Auch Förderprogramme für Digitalisierung bleiben häufig ungenutzt.

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Pleitewelle Deutschland: Warum Insolvenzen auf 20-Jahres-Hoch steigen

Die jüngste Analyse des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle zeigt eine deutliche Verschärfung: Im März 2026 wurden so viele Firmeninsolvenzen registriert wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Über 1.700 Unternehmen meldeten innerhalb eines Monats ihre Insolvenz an. Im Vergleich zu früheren Jahren ist das ein drastischer Anstieg. Besonders auffällig: Die Zahlen liegen sogar über dem Niveau der Finanzkrise. Vor allem kleinere Betriebe trifft es hart. Bau, Handel und Dienstleistungen stehen unter besonderem Druck. Gleichzeitig gehen zehntausende Arbeitsplätze verloren – ein Trend, der sich weiter fortsetzen könnte.

Ein wesentlicher Treiber bleibt die Kostenlage. Hohe Energiepreise, schwache Nachfrage und internationale Unsicherheiten belasten viele Firmen gleichzeitig. Laut ifo Institut erwarten zahlreiche Unternehmen zusätzliche Risiken durch globale Konflikte. Zudem wächst ein langfristiger Trend: Unternehmen verlagern die Produktion ins Ausland oder geben Standorte ganz auf. Verbände sehen darin ein ernstes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit. Fest steht: Die Pleitewelle ist kein kurzfristiger Ausschlag. Vieles spricht dafür, dass sich die Lage weiter zuspitzt – mit Folgen für Arbeitsmarkt, Städte und die gesamte Wirtschaft.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redaktion, IWH, Statistisches Bundesamt, ifo-Institut, DIHK)