
Deutschlands „Unwort des Jahres“ für 2025 steht offiziell fest. Eine unabhängige Jury hat tausende Bürgervorschläge geprüft. Jetzt ist klar, welchen Begriff die Sprachwissenschaftler als besonders kritisch einstufen und warum das Wort auf dem ersten Platz gelandet ist.
Der sprachlich fragwürdigste Begriff des Jahres 2025 wurde veröffentlicht. Viele Bürger dürfte die wahre Bedeutung des Wortes überraschen.
Unwort des Jahres 2025 steht fest
Sie klingen harmlos, verselbstständigen sich jedoch schnell ‒ und sie können irreführend sein. Das sprachkritische Wort „Unwort“ beschreibt genau diese Ausdrücke. Seit 1991 legt eine Jury regelmäßig das „Unwort des Jahres“ fest. Ziel ist es, über den Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit und im Alltag aufzuklären und so Raum für Reflexion zu schaffen.
Auch den ersten Platz für das Jahr 2025 haben die Experten jetzt bekannt gegeben. Den Begriff haben sie aus über 2.500 Vorschlägen von Bürgern aus ganz Deutschland ausgewählt. Er klinge positiv, sei jedoch missverständlich. Die eigentliche Bedeutung würde im Alltag untergehen. Gerade in politisch angespannten Zeiten können solche Begriffe problematisch sein.
Jury hat entschieden: Dieser Begriff hat es auf den ersten Platz geschafft
Das Wort „Sondervermögen“ ist es geworden – ein Begriff, der 2025 häufig zum Einsatz kam. Laut Jury wirke der Ausdruck im Alltagsgebrauch euphemistisch (beschönigend). Im Fachkontext beschreibt Sondervermögen einen Extra-Geldtopf des Staates, der für einen bestimmten Zweck vorgesehen, aber in der Regel auch mit Schulden verbunden ist. Mit „Vermögen“ sind demnach keine wirklichen Rücklagen gemeint, sondern vor allem neue Belastungen ‒ und diese tragen die Bürger.
Wichtige Auswahlkriterien sind Aktualität und öffentliche Nutzung eines Begriffs und ob das Wort unter anderem gegen demokratische Werte verstößt. Problematisch sind demnach auch Ausdrücke, die bestimmte Menschen herabsetzen oder einen fairen Diskurs nicht ermöglichen. Für 2024 wählte die Jury etwa das Wort „Biodeutsch“ ‒ mit der Begründung, dass der Ausdruck Menschen mit Migrationshintergrund abwerte und Alltagsrassismus fördere. Welche Begriffe 2026 besonders prägen werden, dürfte sich erneut an den großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spannungen des Jahres zeigen.
(Quellen: Deutschlandfunk Kultur, Unwort des Jahres, Tagesschau)














