Job-Schock in Deutschland: Biontech streicht fast 2.000 Stellen

Im Vordergrund ist eine Spritze mit feiner Nadel zu sehen, schräg von oben nach unten. Im Hintergrund steht groß "BIONTECH". Die Buchstaben sind überwiegend türkisgrün, das "N" ist gelbgrün. Der Hintergrund ist hell und schlicht.
Symbolbild © imago/Zoonar

Damit hat kaum jemand gerechnet: Das milliardenschwere Erfolgsunternehmen BioNTech streicht fast 2.000 Stellen. Warum der Impfstoffentwickler plötzlich einen anderen Weg als bisher gehen will – und weshalb er Kritik einstecken muss.

Einige Jahre nach der Hochphase des Erfolgs kündigt BioNTech einen überraschend drastischen Schritt an. Viele zeigen sich sichtlich schockiert und können die Entscheidung wohl kaum fassen.

Großer Schock: BioNTech streicht zahlreiche Arbeitsplätze

Viele erinnern sich an die prägende Zeit der Corona-Pandemie 2020 zurück: Unsicherheit, leere Geschäfte und Straßen, Maskenpflicht ‒ und die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. Die Zahl der Infektionen stieg weltweit rasant an. Inmitten der Krise trat das Biotechnologieunternehmen BioNTech mit seinem Impfstoff ins Rampenlicht und wurde plötzlich zu einem globalen Hoffnungsträger.

Das Mainzer Unternehmen stieg auf, machte Milliardenumsätze und zählte bald zu den großen Gewinnern der Pandemie. Doch jetzt steht die Firma vor einem großen Wandel. Die Nachfrage nach Covid-Impfstoffen ist deutlich zurückgegangen ‒ und die Umsätze sind abgesackt. So belief sich der Nettoverlust in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 auf 532 Millionen Euro. Nun hat BioNTech öffentlich gemacht, dass drastische Änderungen geplant sind. Diese wirken sich auch auf die Belegschaft des Unternehmens aus.

Lesen Sie auch
1000 neue Stellen: Firmenriese baut Standort in Deutschland auf

Vertrauensverlust: Betriebsrat übt scharfe Kritik

Um sich wieder stärker auf die Krebsforschung konzentrieren zu können, will das milliardenschwere Unternehmen mehrere deutsche Standorte schließen und Millionenbeträge einsparen. Bis Ende 2027 sollen die BioNTech-Werke in Marburg und Idar-Oberstein sowie der Standort Singapur aufgegeben werden. Auch für die CureVac-Niederlassungen – inklusive Tübingen – bedeutet dieser Plan das Ende.

Die Arbeitnehmervertreter der CureVac-Standorte Tübingen und Wiesbaden zeigen sich enttäuscht und üben Kritik. Erst Ende 2025 übernahm das Mainzer Unternehmen den direkten Konkurrenten CureVac ‒ offenbar mit vielversprechenden Plänen für die Belegschaft. Laut dem Betriebsrat habe BioNTech zugesichert, die Standorte als Zentren für die mRNA-Forschung weiterzuentwickeln. Doch jetzt der Schock: Zahlreiche Arbeitsplätze stehen plötzlich auf dem Spiel, weil das Projekt nicht umgesetzt wird. In den kommenden Monaten zeigt sich wohl die weitere Entwicklung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, manager magazin, AFP)