Jobabbau: 100.000 Stellen stehen in Deutschland auf der Kippe

Ein Arbeiter arbeitet an einer großen blauen Maschine in der Industrie. Er sieht sehr konzentriert aus, da seine Arbeit offenbar viel Geschick erfordert und präzise ausgeführt werden muss.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Um die deutsche Wirtschaft steht es schlecht, die Politik weiß sich auch nicht recht zu helfen. Nun kommt eine weitere Hiobsbotschaft hinzu: Rund 100.000 Stellen stehen laut Experten in Deutschland auf der Kippe.

Dass es sich dabei nicht nur um eine vorübergehende Delle handelt, unterstreicht die aktuelle Datenauswertung des Instituts, welche den drastischen Wandel der deutschen Industriestrategie offenlegt und die wirtschaftliche Tragweite für den Standort in den kommenden vier Jahren präzise beziffert.

Schlechte Zeiten für Deutschland: Politik hadert, Unternehmen ziehen Konsequenzen

Die Nachricht könnte wohl zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen als jetzt. Während die Bürger sich aufgrund der Jobunsicherheit und der generellen Wirtschaftskrise zum Sparen gezwungen sehen, hadert die Politik weiter. Zwar will die Bundesregierung ein Reformpaket auf den Weg bringen. Doch das Leben geht inzwischen weiter und zwingt die Unternehmen dazu, Konsequenzen zu ziehen. Die Insolvenzwelle zeigt, dass dies dringend notwendig ist, damit nicht noch mehr Standorte schließen müssen.

In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt hat die Beratungsgesellschaft Horváth eine Umfrage mit 1.000 Unternehmen durchgeführt und Fragen zu den Plänen von 2026 bis 2030 gestellt. Ebenso wollte die Gesellschaft die Gründe für die jeweilige Richtung erfahren. Das Ergebnis ist eine weitere Hiobsbotschaft für den Standort Deutschland.

100.000 Stellen stehen in Deutschland auf der Kippe: Unternehmen erlären die Gründe

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Bereits in vorherigen Umfragen hatten die deutschen Unternehmen erklärt, was ihnen am Standort in Deutschland nicht passt. Dazu zählen die Bürokratie, deutlich höhere Steuerbelastungen, steigende Energie- und Personalkosten sowie die fehlende Technologie-Offenheit. Bislang entstand der Eindruck, dass dabei die Bürokratie weit auf Platz 1 der Gründe für das Verlegen der Stellen ins Ausland liegen würde. Wie die aktuelle Umfrage nun jedoch zeigt, ist dies nicht der Fall. Nur rund 20 Prozent der Betriebe nannten die Bürokratie als einen wichtigen Faktor.

Bei den anderen sind es vorwiegend die hohen Personalkosten sowie die Aussicht darauf, dass diese in den kommenden Jahren noch ansteigen werden. Die verschiedenen Krisen wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und der Iran-Konflikt würden jedoch zeigen, wie anfällig die deutschen Unternehmen für Störungen in den Lieferketten sind. Die in den USA erhobenen Zölle gegen ausländische Unternehmen würde dazu führen, dass man vor Ort produzieren und investieren will. Vorwiegend wollen die Konzerne die Arbeitsplätze nach Indien, China, Nordamerika sowie Afrika legen, heißt es. Man will dort produzieren, wo die Produkte gebraucht werden. Dies bedeutet für Deutschland, dass laut Experten-Meinung bis zu 100.000 Stellen noch in diesem Jahr wegfallen werden. Hauptsächlich betroffen davon ist die Industrie.

(Quellen: Handelsblatt, Horváth, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)