Kaffee unter Verdacht: Studie findet Pestizidrückstände

Eine Person schüttet gerade Kaffeesahne oder Milch in eine Tasse schwarzen Kaffee. Danach verfärbt sich der Wachmacher in einem hellen Braun. Kaffee mit Milch ist eines der beliebtesten Getränke in Deutschland.
Symbolbild © istockphoto/Michelle Lee Photography

Kaffee gehört für Millionen Menschen in Deutschland zum Alltag. Ob morgens zum Frühstück, im Büro oder am Nachmittag – kaum ein Getränk wird häufiger konsumiert. Nun soll eine Untersuchung die Rückstände von Pestiziden im Kaffee nachgewiesen haben.

Hintergrund ist ein Bericht mehrerer Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, darunter die Deutsche Umwelthilfe, Coffee Watch, das INKOTA-Netzwerk und Pesticide Action Network UK. Nach deren Angaben enthält im Durchschnitt etwa jede fünfte untersuchte Tasse Kaffee Pestizidrückstände. Zudem soll beim Kaffeeanbau weltweit eine große Zahl verschiedener Wirkstoffe eingesetzt werden.

Pestizidrückstände in Kaffeesorten – Lieblingsgetränk in Gefahr

Besonders kritisch sehen die Organisationen die Situation in den Anbauländern. Dort kommen Beschäftigte auf Plantagen häufig direkt mit den Pflanzenschutzmitteln in Kontakt. Die Autoren des Berichts warnen vor möglichen Folgen für Gesundheit, Umwelt und Artenvielfalt. Sie fordern deshalb strengere Vorgaben für den internationalen Kaffeehandel sowie mehr Transparenz entlang der Lieferketten. Für Verbraucher bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass Kaffee gesundheitsschädlich ist. Fachleute weisen darauf hin, dass Rückstände in Lebensmitteln grundsätzlich gesetzlichen Höchstwerten unterliegen und regelmäßig kontrolliert werden.

Außerdem verändern sich viele Stoffe während der Verarbeitung der Bohnen. Beim Rösten und später beim Brühen lassen sich die Rückstände teilweise reduzieren. Auch der Deutsche Kaffeeverband widerspricht den Schlussfolgerungen des Berichts. Nach Angaben des Verbandes gehört Kaffee zu den am stärksten kontrollierten Lebensmitteln. Die nachgewiesenen Rückstände lägen, sofern sie überhaupt vorhanden seien, innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Nach Einschätzung des Verbandes bestehe für Verbraucher deshalb kein gesundheitliches Risiko.

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Strenge Regeln für Kaffeeanbau: Kaffee-Getränke belastet

Wer den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst gering halten möchte, kann dennoch bewusst einkaufen. Bio-Kaffee wird nach strengeren Vorgaben angebaut und verzichtet auf viele chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Auch Siegel für fairen und nachhaltigen Anbau können Hinweise auf höhere Umwelt- und Sozialstandards geben.

Die aktuelle Untersuchung zeigt vor allem, dass der Kaffeeanbau zunehmend in den Fokus rückt. Während Umweltorganisationen strengere Regeln fordern, verweisen Branche und Hersteller auf umfangreiche Kontrollen und geltende Grenzwerte. Für Verbraucher bleibt deshalb vor allem eines wichtig: Die Ergebnisse richtig einzuordnen. Die Studie weist auf Rückstände hin, stellt aber keine offizielle Warnung vor dem Konsum von Kaffee dar.

(Quellen: Deutsche Umwelthilfe, INKOTA-Netzwerk, Coffee Watch, Deutscher Kaffeeverband)