
Ernährungsbedingte Krankheiten verursachen Kosten in Milliardenhöhe. Deshalb soll eine Zuckersteuer kommen, fordern einige Experten. Damit würden Konsum und Kosten wohl sinken. Doch Skeptiker lehnen die Idee ab und verweisen auf negative Folgen.
Eine Zuckersteuer soll den Konsum von Softdrinks, Süßigkeiten und Co. eindämmen. Der ehemalige Gesundheitsminister begrüßt die Idee. Aber der Vorschlag stößt auch auf reichlich Ablehnung.
Klare Forderung: Zuckersteuer soll kommen
Karies, Diabetes und Adipositas gehören zu den Risiken eines hohen Zuckerkonsums. Herz-Kreislauf-Probleme, Gicht und eine Fettleber sind ebenfalls potenzielle Folgen einer unausgewogenen Ernährung mit den süßen Kohlenhydraten. Mehr als etwa 50 Gramm pro Tag sollte man laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht konsumieren. Viele Experten empfehlen eine deutliche Reduktion. Doch der Verzicht fällt oft schwer. Der süße Stoff aktiviert das Belohnungssystem im Hirn. Deshalb wirken Schokolade und Co. fast wie ein Suchtmittel.
Ob Zucker, Salz oder gesättigte Fettsäuren als „Übeltäter“: Für die Behandlung von Patienten mit ernährungsbedingten Erkrankungen fließen Milliardenbeträge. Das deutsche Gesundheitssystem ist überlastet. Deshalb setzt sich unter anderem Schleswig-Holstein für die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland ein. Sie könnte das System entlasten. Hierzulande liegt der jährliche Zuckerkonsum pro Kopf bei etwa 30 bis 34 Kilogramm.
Kritiker warnen vor negativen Folgen einer Zuckersteuer
Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach schließt sich der Forderung an und betont die im westeuropäischen Vergleich kurze Lebensdauer in Deutschland. Zugleich verweist er auf das teure Gesundheitssystem. Weltweit haben zahlreiche Länder eine Zuckersteuer bereits eingeführt. Und sie zeigt Wirkung, wie Analysen aus Großbritannien bestätigen: Der Konsum hat sich reduziert. Die Fettleibigkeit unter jungen Mädchen sinkt. Das hat eine Untersuchung der Cambridge University zur Soft Drinks Industry Levy (SDIL) ergeben. So wird die dortige Zuckersteuer genannt.
In Deutschland gibt es Gegenwind. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) ist alarmiert. Sie warnt vor potenziell negativen Auswirkungen für Verbraucher und Wirtschaft, etwa vor steigenden Preisen. Und auch in der Politik zeigen Kritiker sich wenig begeistert von der Idee. Nach derzeitigem Stand ist die Erhebung einer Zuckersteuer in Deutschland unter der aktuellen Bundesregierung eher unwahrscheinlich.
(Quellen: Steuer, Bundesgesundheitsministerium, dpa)














