
Obwohl von der Politik eher gefördert und beschworen, schwächeln die auf nachhaltige Energie spezialisierten Unternehmen. So rutscht ein großer Solar-Anbieter in die Insolvenz und zeigt damit einmal mehr, dass man die grüne Energie zwar haben will, sie sich auf dem Markt aber scheinbar schwertut.
Nachhaltige Energie ist in den letzten Jahren eigentlich hoch im Kommen, doch in Deutschland gibts manchmal auch Steine auf dem Weg. Ein bekannter und wichtiger Solar-Anbieter auf dem Markt geht nun in die Insolvenz und zeigt damit, dass längst nicht alles sonnig ist.
Schattenseiten im Sonnengeschäft
Lange galt Photovoltaik als sichere Einnahmequelle für Landwirte, Gewerbe und Kommunen. Man nutzte Dächer, ungenutzte Flächen oder Ställe, verwandelte sie in Solarkraftwerke – ohne eigenes Investitionsrisiko. Mehrere Anbieter setzten auf „Contracting“: Der Flächenbesitzer stellt bereit, das Unternehmen errichtet und betreibt die Anlage, der Strom wird verkauft. Doch in letzter Zeit häuften sich Berichte über massive Probleme: Modulpreise steigen, Bürokratie nimmt zu, Stromerlöse fallen. So zeigte eine Analyse, dass seit Ende 2023 in manchen Regionen negative Strompreise aufgetreten sind – Betreiber zahlten dafür, ihre Anlagen abgeschaltet zu lassen. Ein Anbieter berichtete über Baukostensteigerungen von über 30 % binnen zwei Jahren.
Landwirte und Investoren sollten deshalb besonders mit Vertragspartnern genau schauen: Welche Vertragslaufzeit gilt, wie sind Mindestabnahmen geregelt und wer trägt das Risiko bei Preisverfall? Eine Rücktrittsklausel oder Beteiligung am Betrieb kann hier sinnvoll sein.
Auch Montage- und Wartungsverträge zählen: Weiß man, wer nach Ablauf den Service übernimmt? Gibt es Rückkauf- oder Rückbauverpflichtungen? Wer hier früh plant, spart später Ärger und Kosten.
Solar-Anbieter-Insolvenz – was jetzt wirklich passiert
Jetzt ist es offiziell: Die Sun Contracting Gruppe meldet bei fünf Tochtergesellschaften Insolvenz an. Verbindlichkeiten summieren sich auf etwa 47 Mio. Euro, verfügbares Vermögen liegt laut Gutachten bei nur rund 17 Mio. Euro. Auch deutsche Betriebe und Landwirtschaftsflächen sind betroffen.
In Deutschland betreibt die Gruppe über 30 Solaranlagen – viele davon auf Bauernhöfen. Diese Produktionsstätten stehen nun vor dem Problem, dass Vertragspartner ausgefallen sind: Wartung, Stromverkauf oder Verpachtung laufen nicht wie geplant weiter. Für Landwirte heißt das potenzieller Einnahmeausfall und Unsicherheit.
Besonders kritisch außerdem: Crowdinvesting-Teilsummen und Nachrangdarlehen gelten im Insolvenzfall als nicht privilegiert. Denn zahlreiche Anleger – teils über 1.000 – hatten solche Vertragsmodelle genutzt. Viele dürften jetzt leer ausgehen.
Für die gesamte Branche gilt: Das Vertrauen in Contracting-Modelle erodiert. Wer künftig Solarprojekte plant, sollte Risiko-Faktoren sorgsam prüfen – vom Marktpreis für Strom über Vertragsklauseln bis hin zu Rückbauverpflichtungen.
(Quellen: AKV, KSV, Sun Contracting AG)














