Kaum Rente: Immer mehr über 80-Jährige müssen weiter schuften

Ein älterer Mann mit grau-weißen Haaren ist in orangefarbene Arbeitskleidung mit schwarz-weißen Stiefeln gekleidet und schiebt eine schwarze Mülltonne. Er arbeitet als Müllmann. An der Abfalltonne hängen Tüten und ein Eimer sowie ein Besen.
Symbolbild © istockphoto/ AlexLinch

Immer mehr über 80-Jährige ereilt das Schicksal, dass sie in ihrem hohen Alter noch arbeiten müssen. Sie haben keine Wahl, denn die Rente allein reicht zum Leben einfach nicht aus.

Im Laufe unseres Lebens haben wir viele Träume. Einer dürfte inzwischen in weite Ferne gerückt sein: einen gemütlichen Lebensabend zu Hause zu verbringen. Denn immer mehr über 80-Jährige müssen weiter schuften, damit sie über die Runden kommen.

Immer mehr Rentner von Armut betroffen: „Sind auf Grundsicherung angewiesen“

In Deutschland lebt jeder fünfte Rentner in Armut. Dies bedeutet, dass das gesamte Einkommen inklusive der monatlichen Rentenzahlung unter 1.100 Euro liegt. Ein solcher Betrag reicht kaum zum Leben, wie die Erfahrungswerte zeigen. Alleine die Mieten sind in den vergangenen Jahren angestiegen, genauso wie die Kosten für Energie und Lebensmittel. Viele Rentner müssen mit einem monatlichen Betrag von 200 bis 300 Euro auskommen, von dem sie Lebensmittel, Kleidung und andere anfallende Kosten zahlen müssen.

Deshalb gibt es hierzulande die Grundsicherung, damit wenigstens ein gewisser Lebensstandard gesichert werden kann. Senioren können außerdem Wohngeld beantragen, um die Mietlasten etwas zu verringern. Doch für viele reicht das Geld trotzdem vorn und hinten nicht. An extra Ausgaben wie Theater- oder Kinobesuche und andere soziale und gesellschaftliche Veranstaltungen ist dabei kaum zu denken.

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Über 80-Jährige müssen weiter schuften: „Kommen sonst nicht über die Runden“

Wer noch körperlich und geistig fit ist, geht daher oft auch weit nach Eintritt ins Rentenalter arbeiten. In dieser verzweifelten Lage befinden sich jedoch nicht nur Rentner in Deutschland. Sie betrifft beispielsweise auch Rentner in Großbritannien. Hier gehen die Menschen zwar mit 66 Jahren in Rente, aber haben nicht weniger Probleme.

So berichten immer mehr Menschen, die über 80 Jahre alt sind, dass sie arbeiten, bis sie nicht mehr können. Sie haben laufende Kosten, die über die Jahre weiter angestiegen sind und die sie mit der Rentenzahung nicht decken können. Ein pensionierter Lehrer etwa berichtet, dass er nun im Alter von 82 Jahren als Koordinator in einem Heim für Demenzkranke arbeite. Zwar erfülle ihn dieser Job auch, aber hauptsächlich arbeite er, weil er es müsse. Seine Hypothek laufe sogar bis zu seinem 99. Lebensjahr. Deshalb müsse er arbeiten, bis er umfalle. Dieses Schicksal ereilt tatsächlich immer mehr Rentner.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)