Kaum Überlebenschance: Todes-Virus breitet sich weiter aus

Ein Mann in einem Schutzanzug, der auch den Kopf bedeckt. Er hat zusätzlich eine durchsichtige Schutzbrille auf sowie eine Atemmaske mit Filter. Der Hintergrund des Bildes ist grau und verschwommen. Man versucht sich offenbar vor einem Virus oder einer Seuche zu schützen.
Symbolbild © imago/IPON

Ein Virus, gegen das es weder einen Impfstoff noch eine Behandlung gibt, endet oft tödlich. So verhält es sich auch mit dem Todes-Virus. Es gibt bereits mehrere bestätigte Fälle und die Ausbreitung schreitet schnell voran.

Experten warnen vor der raschen Ausbreitung einer tödlichen Viruserkrankung. Zwar handelten die verantwortlichen Behörden schnell, dennoch ist die Gefahr nicht gebannt. Einen schützenden Impfstoff gibt es nämlich nicht.

Todes-Virus: Betroffene haben kaum Überlebenschancen

In Äthiopien gab es kürzlich einen Ausbruch des Marburg-Virus. Die Meldung ging am 14. November von Jinka, im Süden Äthiopiens, aus. Wie das äthiopische Gesundheitsministerium mitteilte, gibt es neun bestätigte Infektionen und sechs Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Virus stehen. Das Marburg-Virus gehört zur selben Gruppe wie das Ebola-Virus und geht mit schweren Symptomen einher. Dazu gehören hohes Fieber mit Blutungen, Hautausschlag, Erbrechen, Bauchschmerzen sowie sehr starker, wässriger Durchfall.

Zu Beginn äußert sich die Krankheit meist mit grippeähnlichen Symptomen. Im fortgeschrittenem Stadium kann es zu starken inneren und äußeren Blutungen und zu einem Versagen mehrerer Organe kommen. Die Inkubationszeit variiert zwischen zwei und 21 Tagen. Da es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine Therapie gibt, erfolgt die Behandlung der Betroffenen fast ausschließlich symptomatisch – in erster Linie durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Daher beträgt die Sterblichkeitsrate bis zu 90 Prozent.

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Todes-Virus breitet sich weiter aus

Die äthiopischen Behörden nehmen die Lage offenbar sehr ernst, wie die zügige Meldung beweist. Zudem wurden zeitnah eine Sensibilisierung der Bevölkerung und eine verstärkte Vorsorge in die Wege geleitet. Die WHO hat umgehend ein Team samt Isolierzelten und zusätzlicher medizinischer Ausrüstung in die Region entsandt, um die Verantwortlichen vor Ort zu unterstützen. Dennoch besteht die Gefahr einer grenzüberschreitenden Ausbreitung, da die südsudanesische Grenze nicht weit entfernt ist.

Das Virus stammt normalerweise von Fledermäusen und Flughunden, wobei diese nur Überträger sind und selbst nicht erkranken. Vermutlich erfolgt die Übertragung direkt oder durch andere infizierte Tiere. Über den Speichel, den Kot oder unzureichend gegartes Fleisch (sogenanntes „bush meat“) kann das Virus in den menschlichen Organismus gelangen. Die weitere Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten von Erkrankten oder Verstorbenen.

(Quellen: RKI, Friedrich-Löffler-Institut, dpa)