Kein Job: Erstes Unternehmen lehnt Generation Z offen ab

Ein lächelnder junger Mann der Generation Z vor einem leuchtend pinken Hintergrund. Er hat kurze, lockige, dunkle Haare und trägt auffälliges, regenbogenfarbenes Augen-Make-up.
Symbolbild © istockphoto/jacoblund

Ein Unternehmen sorgt für Empörung: In einer Stellenanzeige lehnt es die Generation Z offen ab – und entfacht damit eine hitzige Debatte über Vorurteile, Stress und Altersdiskriminierung.

Die Jobsuche kann oftmals mühsam sein und für jede Menge Frust sorgen. Ein Satz in einer Stellenanzeige sorgt nun für Wirbel – und entfacht eine Debatte, die viele junge Menschen direkt betrifft.

„Keine Generation Z“ – wirklich erlaubt?

Der Arbeitsmarkt ist angespannt. Und selbst wenn eine Stelle passt, lauern unzählige Hürden: Abschluss, Erfahrung, perfekte Soft Skills. Doch was ein Schweizer Unternehmen Anfang des Jahres formulierte, setzt noch eins drauf. Im Kanton Zürich suchte ein Pflegedienst eine „Teamleitung mit Herz und Verstand“. Vollzeit, Festanstellung, sofortiger Start. Klingt seriös. Doch in der Anzeige stand Schwarz auf Weiß: „Keine Generation Z“. Also keine Bewerber, die nach 1997 geboren wurden.

Zusätzlich fiel der Satz, man wünsche sich keine „Montag-Freitag-Krankenscheinmentalität“. Ein klarer Seitenhieb auf junge Arbeitnehmer. Inzwischen ist der Hinweis auf vielen Portalen wieder verschwunden. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht näher zu den Hintergründen. In der Schweiz ist Altersdiskriminierung rechtlich nicht ausdrücklich verboten. Solche Formulierungen sind daher zulässig – auch wenn sie Empörung auslösen. In Deutschland oder Österreich sähe das anders aus. Dort sind altersbezogene Ausschlüsse rechtlich heikel. Erst vergangenes Jahr wurde in Deutschland ein Unternehmen verurteilt, weil es in einer Anzeige gezielt einen „Digital Native“ suchte – eine Formulierung, die ältere Bewerber faktisch ausschloss. 7.500 Euro Schadenersatz musste die Firma zahlen.

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Faul oder einfach nur fokussiert?

Die Kritik an der Generation Z kommt nicht aus dem Nichts. In manchen Chefetagen gilt sie als wenig belastbar, übermäßig auf Work-Life-Balance bedacht und schneller krank. Dabei zeigt eine aktuelle Wechselwilligkeitsstudie des Instituts Forsa: 34 Prozent der Beschäftigten in Deutschland sind grundsätzlich offen für einen Jobwechsel, 64 Prozent wollen bleiben. Besonders mobil ist die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen. Fast jeder Zweite kann sich einen Wechsel vorstellen, 12 Prozent planen ihn konkret. Gleichzeitig gehen viele Junge vorsichtiger vor als erwartet. Sie rechnen sich zwar Chancen aus, prüfen aber genau, ob ein neuer Job wirklich Sicherheit bringt.

Eine Umfrage von YouGov zeigt zudem: 48 Prozent der Generation Z berichten von hohem oder sehr hohem Stress im Job oder Studium. Bei den Babyboomern sind es nur 20 Prozent. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, innere Unruhe – die Belastung ist real. Vielleicht ist die Generation Z also nicht arbeitsunwillig, sondern schlicht anders geprägt. Und lange bleibt sie ohnehin nicht die jüngste: Mit der Generation Alpha rückt schon die nächste Generation nach.

(Quellen: Unternehmensangaben, arbeitsrechtliche Einschätzungen, dpa)