Keine Zuckersteuer: Politiker sprechen sich gegen Vorhaben aus

In den Regalen eines Supermarktes oder Discounters stehen in langen Reihen verschiedene Softdrinks. Unten stehen viele unterschiedliche Sorten von Coca Cola. Darüber sieht man Sprite, Fanta und andere Sorten des Herstellers.
Symbolbild © imago/Depositphotos

Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer für Softdrinks in Deutschland. Einige Politiker sprechen sich nun gegen dieses Vorhaben aus – allerdings gilt dies nur für bestimmte Getränke. In diesem Punkt zumindest scheint Einigkeit zu herrschen.

Die Koalition will relativ bald eine Zuckersteuer auf bestimmte Getränke in Deutschland beschließen. Die Politiker sprechen sich jedoch gegen ein bestimmtes Vorhaben aus.

Zuckersteuer ab 2027: Unternehmen sollen Rezepturen anpassen

Die Zuckersteuer, die mit dem neuen Jahr greifen soll, soll nach aktuellem Verhandlungsstand pro Liter erhoben und je nach der enthaltenen Zuckermenge gestaffelt werden. Da auf den Steuerbetrag zusätzlich 19 % Mehrwertsteuer anfallen, ergeben sich für Verbraucher voraussichtlich folgende Aufschläge an der Supermarktkasse. Bei einem Zuckergehalt von 4,5 bis 7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen 26 Cent netto draufkommen. Mit der Mehrwertsteuer bezahlen Verbraucher pro Liter rund 31 Cent mehr als bislang. Bei mehr als 7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter berträgt der Brutto-Aufschlag bereits 38 Cent pro Liter. Enthält ein Getränk auf 100 Milliliter mehr als zehn Gramm Zucker, sollen Verbraucher künftig brutto 45 Cent pro Liter zahlen.

Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie können die neue Zuckersteuer ab 2027 vor allem durch eine strategische Maßnahme verhindern oder minimieren: die systematische Reformulierung ihrer Rezepturen. Die Hersteller senken den echten Zuckeranteil so weit, dass sie unter die 4,5-Gramm-Marke fallen. Um den gewohnten Geschmack zu erhalten, werden verstärkt Süßstoffe (wie Aspartam, Acesulfam K) oder pflanzliche Alternativen wie Stevia eingesetzt.

Lesen Sie auch
AfD gewinnt Landtagswahl – CDU erlebt historisches Debakel

Politiker sprechen sich gegen Vorhaben aus: Für diese Getränke gibt es keine Zuckersteuer

Ein geleakter Entwurf des Bundesfinanzministeriums sorgte in den letzten Tagen für massive Empörung, weil darin vorgesehen war, auch zuckerfreie Light- und Zero-Getränke mit Süßstoffen pauschal mit 26 Cent pro Liter zu besteuern. Schnell hatte sich Lars Klingbeil dazu geäußert. Er beteuerte, dass man in diesem Vorhaben keinen Sinn sehe. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz stimmte dem zu. Auch eine Zuckersteuer auf pflanzliche Alternativ- sowie andere Getränke schloss die Bundesregierung sofort aus. Man wolle den Menschen nicht vorschreiben, wie süß ihr Getränk zu schmecken habe. Es gehe hier allein um die Gesundheit heißt es weiter.

Außerdem betonte Klingbeil, dass es sich um Vorschläge von Mitarbeitern des Ministeriums gehandelt habe. Und diese dürften sich schließlich einbringen, ohne dass solche Vorschläge in der Öffentlichkeit gleich zu heftigen Diskussionen führen dürften. Mit der Kritik ist die Bevölkerung jedoch nicht allein. Neben Wirtschaftsverbänden und den Unternehmen selbst sehen auch Experten die Zuckersteuer eher als Mittel zur Stopfung des Haushaltsdefizites. Die Steuer würde zudem die wirtschaftliche Lage weiterhin verschärfen.

(Quellen: Bundesregierung, Deutscher Bundestag)