
Das ist keine gute Nachricht für alle, die dachten, dass die Zeit der Viren vorbei sei. Das gefährliche West-Nil-Virus, das durch Mücken übertragen wird, ist inzwischen auch bei uns in Deutschland angekommen.
Eine neue Studie zeigt, dass ein lange unterschätztes Virus näher ist, als viele denken – und zwar bereits mitten in Deutschland. Das West-Nil-Virus ist durch Mücken übertragbar und betrifft potenziell jeden, der an der frischen Luft ist.
Forscher schlagen Alarm: Überraschende Entdeckung verändert den Blick auf Mücken in Deutschland
Die meisten Menschen bringen gefährliche Mückenkrankheiten eher mit Urlaubszielen in Afrika, Asien oder Südeuropa in Verbindung. Doch genau dieses Bild gerät zunehmend ins Wanken. Mit steigenden Temperaturen und längeren Sommern verändern sich auch die Lebensbedingungen vieler Krankheitserreger. Besonders Großstädte stehen dabei im Fokus der Forschung. Parks, Kleingärten, Friedhöfe und begrünte Wohngebiete bieten ideale Rückzugsorte für zahlreiche Mückenarten. Viele davon gelten als völlig heimisch und begegnen uns beinahe täglich.
Verbraucherschützer und Gesundheitsexperten empfehlen deshalb schon seit Jahren einfache Vorsorgemaßnahmen. Bereits kleine Wasseransammlungen auf Balkonen oder in Gärten können als Brutstätten dienen. Selbst ein gefüllter Blumenuntersetzer reicht oft aus, damit sich Mücken vermehren. Bemerkenswert ist außerdem: Nach Angaben von Gesundheitsbehörden sind Mücken besonders in den Abendstunden aktiv. Wer lange Kleidung trägt oder Insektenschutzmittel verwendet, kann also das Stichrisiko deutlich senken.
West-Nil-Virus: Was die Wissenschaftler bei Tausenden Mücken fanden
Für eine aktuelle Untersuchung analysierten Forscher der Berliner Charité über einen längeren Zeitraum mehrere Tausend Stechmücken. Ziel war es, herauszufinden, ob sich bestimmte Krankheitserreger dauerhaft in der Hauptstadt ausgebreitet haben. Die Ergebnisse überraschten selbst die Experten. In einem Teil der untersuchten Mücken fanden sich deutlich häufiger Virusnachweise als ursprünglich erwartet. Damit verdichteten sich Hinweise auf eine Entwicklung, die Fachleute bereits seit einigen Jahren beobachten.
Nach Einschätzung der Forscher ist das West-Nil-Virus inzwischen in Berlin heimisch geworden. Infektionen können daher während der Sommermonate auch ohne Auslandsreise auftreten. Bei den untersuchten Mücken trugen im Jahr 2024 zwischen 0,6 und 6 Prozent den Erreger in sich. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Virus inzwischen lokal verbreitet und nicht nur von außen eingeschleppt wird. Für die meisten Menschen verläuft eine Infektion unbemerkt oder mit grippeähnlichen Beschwerden. Schwere Verläufe bleiben selten, können aber insbesondere ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem betreffen.
(Quellen: Charité Berlin, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














