
Plötzlich kein Zugriff mehr auf das eigene Geld: Die Sparkasse kündigt Konten von zahlreichen Kunden. Wer einen wichtigen Brief ignoriert hat, steht nun vor großen Problemen.
Plötzlich ist der Zugang gesperrt, Überweisungen gehen nicht mehr durch – und viele Betroffene wissen erst mal nicht, warum.
Wenn ein Brief zur Falle wird
Für Hunderte Kunden kam das Girokonto-Aus überraschend. Erst im Dezember wurde bekannt, dass die Sparkasse erneut Konten gekündigt hat – dieses Mal rund 500 Stück. Der Grund dafür liegt nicht etwa in Schulden oder Betrugsfällen, sondern in einem Detail, das viele übersehen haben: ein Schreiben mit neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Was harmlos klingt, hat ernste Folgen. Bereits 2021 entschied der Bundesgerichtshof, dass Banken wesentliche Vertragsänderungen nicht mehr einfach durch Schweigen der Kunden durchsetzen dürfen. Früher galt: Wer nicht widerspricht, stimmt zu. Dieses Prinzip ist Geschichte. Heute müssen Kunden aktiv zustimmen – sonst gilt die Änderung als abgelehnt. Genau das wurde nun vielen zum Verhängnis. Trotz mehrerer Erinnerungen reagierten sie nicht. Die Folge: Konto weg. Insgesamt informierte die Sparkasse Anfang Juni rund 250.000 Kunden über Änderungen, die ab dem 1. Oktober 2025 gelten sollen. Etwa 140.000 erhielten die Nachricht digital, der Rest per Post.
Grauzone mit Folgen für den Alltag
Nicht nur Sparkassenkunden sind betroffen. Auch andere Banken passen aktuell Preise und Bedingungen an – und verlangen eine aktive Zustimmung. Verbraucherschützer schlagen Alarm: Kündigungen würden inzwischen auch dann ausgesprochen, wenn es nicht um gravierende Vertragsänderungen gehe. Eine rechtliche Grauzone, in der Banken auf Nummer sicher gehen wollen.
Die Institute selbst fordern mittlerweile eine klare gesetzliche Regelung, die festlegt, wie mit fehlenden Zustimmungen umzugehen ist. Bislang blieb diese Forderung jedoch unbeantwortet. Für Betroffene bedeutet eine Kündigung oft Stress pur. Zwar gibt es seit 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto – unabhängig von Einkommen oder Status. Doch ein Kontowechsel ist aufwendig. Gerade ältere Menschen oder Kunden ohne große digitale Erfahrung geraten schnell in Schwierigkeiten, wenn plötzlich Daueraufträge, Rentenzahlungen oder Mieten ins Leere laufen. Dabei ist das Bankensystem in Deutschland eigentlich sicher: Über 111 Millionen Girokonten gibt es hierzulande, Einlagen sind bis zu 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. Doch all das hilft wenig, wenn der Zugriff fehlt. Der wichtigste Rat: Post von der Bank ernst nehmen. Wer unsicher ist, sollte aktiv nachfragen – online oder direkt in der Filiale.
(Quellen: Angaben der Sparkassen, BaFin, Verbraucherzentrale)














