Konzern aus dem Ausland übernimmt deutschen Weltmarktführer

Ein großes abgelegenes Werk oder eine industrielle Produktionsstätte von einem Konzern, mit mehreren Gebäuden, Nutzfahrzeugen und Parkplätzen. Das Bild ist aus der Luft aufgenommen. Im Hintergrund schließt eine leere Feldfläche an die gewaltige industrielle Anlage.
Symbolbild © imago/Rainer Weisflog

Jetzt ist es offiziell besiegelt: Ein Unternehmen aus dem Ausland übernimmt diesen deutschen Weltmarktführer, der in eine Schieflage geraten war. Hunderte Arbeitsplätze bleiben nun zur Erleichterung der Belegschaft erhalten.

Es ist ein Traditionsunternehmen mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1938 zurückreicht, und es gilt auf seinem Spezialgebiet als unangefochtener Weltmarktführer. Doch für den Konzern mit über 500 Mitarbeitern an drei deutschen Standorten begann im vergangenen Jahr eine wirtschaftlich schwierige Zeit: Beim Amtsgericht Augsburg wurde Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Nach Monaten der Ungewissheit und intensiver Verhandlungen gibt es inzwischen endlich eine Lösung für die Zukunft.

Nach Insolvenz: Ausländischer Investor übernimmt deutschen Weltmarktführer

Eine so schwierige Phase hat die deutsche Chemiebranche seit rund 30 Jahren nicht mehr erlebt. Fachleute geben düstere Prognosen ab: Sie rechnen mit weiteren Verschärfungen. Nicht nur eine schwächelnde Nachfrage gehört zu den Gründen für die Krise. Auch umfangreiche gesetzliche Vorgaben und stark angestiegene Betriebskosten zählen dazu. Hinzu kommt, dass Experten den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zunehmend im Nachteil sehen.

Die belastenden Faktoren treffen auch traditionsreiche Betriebe, die längst eine bedeutende Größe auf ihrem Gebiet sind. Ein Beispiel dafür liefert diese Gruppe, die in eine Schieflage geraten war und die Notbremse ziehen musste. Es wurde Insolvenz angemeldet. Nun gibt es jedoch gute Nachrichten für das bekannte Unternehmen: Nach einem längeren Verfahren gibt es jetzt einen Investor, der aus dem Ausland kommt.

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Hunderte Arbeitsplätze gesichert: Beschäftigte können aufatmen

Die betroffene Perlon-Gruppe produziert hochspezialisierte Kunststofffasern, zum Beispiel für die dentale Medizintechnik und für Kunden aus der Schlüsselbranche. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen mit langer Tradition, denn die Ursprünge reichen Jahrzehnte zurück. Aufgrund von Veränderungen im europäischen Markt ist ein Großteil der Aufträge inzwischen deutlich gesunken.

Dass das Chemieunternehmen im Geschäftsjahr 2025 Insolvenz anmelden musste, ist zusätzlich auf weitere Faktoren zurückzuführen ‒ etwa auf steigende Kosten für Energie und Personal. Indessen hat sich das chinesische Unternehmen Wuxi Yinda Nylon Co. Ltd. den Betrieb gesichert. Etwa 450 Arbeitsplätze in Deutschland sind gerettet. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung arbeiteten rund 510 Angestellte für den Weltmarktführer aus Süddeutschland. Während des gesamten Verfahrens wurde der laufende Geschäftsbetrieb der Perlon-Gruppe nicht unterbrochen.

(Quellen: SGP Schneider Geiwitz, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)