Krankenkassen fordern Einsparungen – Deutsche sind dagegen

Das Bild von mehreren 20-Euro-Scheinen auf einem Tisch. Dazwischen steckt eine Krankenkassenkarte einer bekannten Krankenkasse. Alles liegt sorgfältig ausgebreitet auf einem Holztisch.
Symbolbild © imago/Lobeca

Die deutschen Krankenkassen fordern Einsparungen, um das System vor dem Milliardenloch zu retten. Gegen aktuelle Pläne der Regierung regt sich in der Bevölkerung jedoch deutlicher Widerstand, wie eine aktuelle Umfrage nun offenbart.

Die Krankenkassen kämpfen mit erheblichen finanziellen Problemen. Ein Sparpaket soll Abhilfe schaffen, stößt allerdings auf Kritik.

Defizit von über 18 Milliarden Euro droht

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland verzeichnen seit Jahren stark steigende Ausgaben. Hauptgründe sind die alternde Gesellschaft, teure neue Medikamente und die allgemeine Inflation bei Personal und Material. Zum Jahresbeginn 2026 sind die Kosten noch einmal gestiegen. Ohne ein schnelles Gegensteuern der Politik droht für 2027 eine Finanzierungslücke von über 18 Milliarden Euro. Deutsche Krankenkassen fordern inzwischen größere Einsparungen im System, vor allem bei Pharmaunternehmen und Kliniken. Für die Versicherten hätte das Defizit ohne Reformen direkte Folgen: Um es auszugleichen, müssten die Krankenkassenbeiträge für Mitglieder deutlich steigen.

Krankenkassen fordern Einsparungen ‒ viele Bürger dagegen

Deshalb plant die Regierung derzeit ein neues Gesetzespaket. Das große Ziel sind stabile Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das Paket sieht Sparvorgaben für Arztpraxen, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie vor. Allerdings betrifft der Entwurf auch die Versicherten. So sollen die Zuzahlungen für Medikamente in den Apotheken steigen. Zudem soll die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern ohne eigenes Einkommen eingeschränkt werden. Im Gegenzug werden Gutverdiener über eine höhere Beitragsbemessungsgrenze stärker belastet. Die bisherigen Kassenleistungen für Homöopathie fallen dagegen weg.

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In der Bevölkerung stoßen diese Pläne auf große Skepsis. Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt insbesondere die breite Ablehnung der Bürger: 61 Prozent lehnen das Sparziel generell ab. Zudem empfinden 72 Prozent der Befragten die Lastenverteilung als nicht fair. Fast drei Viertel der Menschen lehnen besonders die höheren Medikamentenzuzahlungen ab. Unterstützung gibt es in der Umfrage lediglich für zwei Punkte. Das betrifft die stärkere Belastung von Gutverdienern und das Homöopathie-Aus. Auch Verbraucherschützer kritisieren den Entwurf scharf: Sie sehen eine einseitige Belastung der Patienten. Die Debatte hält vor der Verabschiedung im Parlament weiter an. Eine Entscheidung ist für den 10. Juli vorgesehen.

(Quellen: dpa, AFP, Rheinische Post, Bundesgesundheitsministerium)