Krankenkassen verzocken Milliarden – jetzt droht ein Verlust

Das Bild von mehreren 20-Euro-Scheinen auf einem Tisch. Dazwischen steckt eine Krankenkassenkarte einer bekannten Krankenkasse. Alles liegt sorgfältig ausgebreitet auf einem Holztisch.
Symbolbild © imago/Lobeca
Die Debatte um den Umgang mit Beitragsgeldern sorgt für heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit. Aufsichtsbehörden leuchten das Thema nun genauestens aus, um die Hintergründe der umstrittenen Praktiken lückenlos aufzuklären.

Welche Folgen die Verluste für Versicherte haben könnten

Für die Versicherten steht bei den Vorgängen vorrangig die Frage im Raum, welche finanziellen Folgen die Verluste für die Krankenkassen haben. Denn die Kassen verwalten Geld aus dem System der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen ihre Mittel für die Versorgung ihrer Mitglieder einsetzen. Hohe Verluste aus Finanzanlagen können deshalb die wirtschaftliche Lage einzelner Kassen belasten. Allerdings lässt sich aus den bisher bekannten Angaben nicht ableiten, dass Versicherte unmittelbar für den möglichen Gesamtschaden aufkommen müssen. Die Bundesregierung lässt vielmehr zunächst untersuchen, wie die Fehlinvestments entstanden und welche Verluste tatsächlich eingetreten sind. Die Krankenkassen stehen allerdings nicht erst wegen der möglichen Verluste unter finanziellem Druck. Schon zuvor belasteten steigende Ausgaben und die angespannte Finanzlage das System.

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Jetzt droht ein Verlust: Riskante Geschäfte mit Kassengeldern kommen ans Licht

Krankenkassen finanzieren die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Dafür verwalten sie die ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und müssen dabei die gesetzlichen Vorgaben beachten. Das System soll sicherstellen, dass Versicherte Leistungen erhalten, wenn sie etwa medizinische Behandlung benötigen. Zugleich tragen die Kassen Verantwortung für einen wirtschaftlichen Umgang mit ihren Mitteln. Genau deshalb spielen Investitionen eine besondere Rolle: Sobald Kassen Geld außerhalb ihres eigentlichen Versorgungsgeschäfts anlegen, gelten dafür rechtliche Grenzen und Kontrollmechanismen.

Neue Zahlen liefert nun eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. Das Bundesamt für Soziale Sicherung kommt darin zu einer möglichen Schadenshöhe von rund 1,1 Milliarden Euro. Die Summe betrifft bundesweit tätige Krankenkassen und beschreibt nach den vorliegenden Angaben einen möglichen Schaden. Gleichzeitig laufen Untersuchungen von Bundes- und Landesbehörden. Sie sollen unter anderem klären, wie die problematischen Anlagen zustande kamen und welche Verantwortung die beteiligten Stellen tragen.

(Quellen: BAS, Bundesregierung, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)