
Um die Krankenhäuser der Bundesrepublik steht es derzeit nicht gut. Trotz vieler Rettungsversuche muss nun ein weiteres Krankenhaus schließen. Eine Klinik nach der anderen stellt den Betrieb ein.
Nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch das Gesundheitssystem befindet sich aktuell in einer Krise. Insbesondere kleinere Kliniken kämpfen ums Überleben, da die finanziellen Mittel nicht ausreichen.
Ein Krankenhaus nach dem anderen geht pleite
Deutschlandweit ist die Situation vor allem für kleinere Krankenhäuser angespannt. Versorgungsmaterialien, Medikamente, Gerätschaften, Verpflegung und mehr – das sind notwendige Mittel, um Patienten adäquat versorgen zu können. Leider können sich genau das immer weniger Krankenhäuser leisten, daher häufen sich in den letzten Monaten Nachrichten über Insolvenzen und Schließungen. Erst kürzlich meldete ein Klinikverbund am Bodensee offiziell Insolvenz an. Ende September musste die Paracelsus Klinik im sächsischen Adorf schließen, ebenso wie die Parkklinik Hornbach im Kreis Südwestpfalz.
Bislang bestand die Finanzierung von Krankenhäusern zum größten Teil aus den sogenannten Fallpauschalen. Die von der Bundesregierung geplanten Reformen im Gesundheitswesen können die Kliniken zwar ein Stück weit entlasten. Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung reichen die Maßnahmen jedoch längst nicht aus. Die schwarz-rote Koalition plant, die Fallpauschalen weitgehend zu ersetzen. Über die sogenannten Vorhaltepauschalen bekommen die Krankenhäuser eine Art Überlebensgarantie, wobei der Fokus hierbei mehr auf Qualität statt Quantität bei der Patientenversorgung liege.
Weiteres Krankenhaus muss seine Tore schließen
Auch das Krankenhaus Maria Stern in Remagen sah sich in der jüngeren Vergangenheit mit steigenden Kosten konfrontiert. Die Klinik gehört zum Verbundkrankenhaus Linz-Remagen, das bereits im März ein Schutzschirmverfahren beantragt hatte. Anfang dieser Woche fanden Gespräche zwischen dem Generalhandlungsbevollmächtigten Mark Boddenberg und einem Investor statt, die allerdings nicht das gewünschte Ergebnis brachten. Der Investor sprang unvermittelt ab.
Damit sind sämtliche Rettungsversuche für das Krankenhaus Maria Stern gescheitert. Die Klinik fußt auf 133 Jahren Tradition. Die letzte Hoffnung war das Schutzschirm- beziehungsweise Eigenverwaltungsverfahren, mit dem nachhaltige Lösungen entwickelt und die medizinische Versorgung der Patienten der Region sichergestellt werden sollte. Nun müssen die letzten Patienten bis Freitag das Krankenhaus verlassen. Allerdings beschränkte sich dies ohnehin nur noch auf vier. Dagegen haben 118 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten. Ein Teil der Angestellten kann künftig jedoch am Standort Linz am Rhein arbeiten.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Patienten- und Angehörigeninformation des Klinikverbunds Linz-Remagen)














