Mangel: Hunderttausende Wohnungen fehlen für deutsche Rentner

Mehrstöckige Wohnhäuser in einer Reihe, die in verschiedenen Farben gestrichen sind. Es sind Balkone, Markisen und Blumenkästen zu sehen. Einige der Wohnungen haben Satellitenschlüssel. Im Hintergrund sind Berge.
Symbolbild © istockphoto/Roberto Rizzi

Nicht nur Geld entscheidet darüber, wie selbstbestimmt Senioren im Alter leben können. Hunderttausende Wohnungen fehlen schlichtweg – und barrierefreies Wohnen wird zunehmend zur Herausforderung für Betroffene. Das belegen aktuelle Daten. 

Sicherheit und einen würdevollen Lebensabend ‒ das wünschen sich viele Menschen im Alter. Doch viele Rentner werden stattdessen Opfer der massiven Wohnungskrise.

Die Gesellschaft altert ‒ aber der Immobilienmarkt kommt nicht hinterher

Wer als Rentner im dritten Stock ohne Aufzug lebt, ist nicht allein: Zahlreiche Senioren sind auf barrierearme Wohnmöglichkeiten angewiesen, die derzeit jedoch schlichtweg fehlen. Einfacher wird es nicht, denn knapp über 23 Millionen Menschen sollen bis 2040 über 65 Jahre alt sein. Das zeigt eine Berechnung von Prognos im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Eine aktuelle Analyse belegt nun, dass sich die Situation am Immobilienmarkt offenbar drastisch zuspitzt. Damit wächst nicht nur die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter, sondern auch die Angst, kein seniorengerechtes Zuhause zu finden. Nicht selten fehlt Betroffenen zudem das Geld, um sich dieses überhaupt leisten zu können. Fachleute fordern nun einige Reformen, um eine tiefere Krise rechtzeitig zu verhindern. Parallel dazu fehlt Schulen und Kitas das Geld für notwendige Sanierungen. Milliardenhohe Summen werden derzeit benötigt.

Lesen Sie auch
250 Euro gekürzt: Millionen Menschen erhalten nun weniger Geld

Hunderttausende Wohnungen fehlen

Im Jahr 2026 werden voraussichtlich nur rund 215.000 Wohnungen entstehen. Das genügt nicht: Nach neuesten Berechnungen der sogenannten Immobilienweisen, einem Expertengremium aus Wirtschafts- und Immobilienforschern, müsste Deutschland jährlich bis 2040 auf etwa 257.000 Neubauwohnungen kommen. Die Experten sprechen von einer strukturellen Krise. Auch kritisieren sie, dass die Politik mit zu viel bürokratischen Hürden, schärferen Mietregeln und zusätzlich mit hohen Erwerbsnebenkosten wichtige Investitionen ausbremst.

Im neuen Frühjahrsgutachten fordern die Mitglieder des Gremiums einige Änderungen von der Regierung, darunter die schnellere Bearbeitung von Bauanträgen. Außerdem wird auf den sogenannten „Gebäudetyp E“ gesetzt. Dieser soll bis Sommer 2026 kommen und ermöglichen, Bauvorhaben mit weniger strengen Vorgaben zu realisieren. Immerhin: 2027 soll die Zahl der neuen Wohnungen im Vergleich zu 2026 etwas steigen. Ob die Prognose sich bewahrheitet und wie der Markt künftig aussehen wird, bleibt nun abzuwarten. Klar ist nur, dass es bislang an bis zu 500.000 passenden Wohneinheiten für Rentner mangelt.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)