
Auch Jahre nach der Corona-Pandemie sollte man sich vor Infektionskrankheiten richtig schützen. Da es im Winter vermehrt zu Ansteckungen mit einem Virus über Türklinken kommt, sind bestimmte Maßnahmen sehr wichtig.
Die kalten Monate bringen mehr als nur Kälte und eventuell Schnee. Viren haften auf Griffen und Knöpfen deutlich länger, als viele denken und können sich so schnell ausbreiten. Ein Virus, das auch einer Türklinke haften bleibt, führt schnell zu steigenden Ansteckungen.
Der unsichtbare, gefährliche Begleiter im Alltag
Wer im Winter unterwegs ist, nimmt oft nicht wahr, wie viele Oberflächen täglich berührt werden. Türklinken, Griffe in Bus und Bahn oder Touchscreens sind alltäglich genutzte Kontaktpunkte. Auf ihnen können sich winzige Tröpfchen absetzen, die Viren tragen, ohne dass man es merkt. Diese Tröpfchen entstehen, wenn Menschen husten, niesen oder sprechen und sich danach auf glatten Flächen verteilen. Solche winzigen Virenpartikel haften auf Materialien wie Metall oder Kunststoff besonders gut. In Studien blieb die Grippe-Variante mehrere Stunden bis Tage auf solchen Flächen aktiv, vor allem bei niedrigen Temperaturen.
Doch die Zeit, bis Erreger ihre Infektiösität verlieren, hängt nicht nur vom Material ab. Auch Klima, Feuchtigkeit und Temperatur spielen eine Rolle: Kältere und trockene Bedingungen können die Lebensdauer von Viren verlängern, während Wärme oder direkte Sonneneinstrahlung sie schneller deaktivieren. Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln oder stark frequentierten Bereichen kann diese verlängerte Überlebenszeit relevante Folgen haben. Schließlich greifen wir dort oft, ohne lange zu überlegen, nach Griffen oder Knöpfen.
Türklinken, U-Bahn & Co.: Wie lange Viren auf Oberflächen überleben
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich: Viren „überleben“ unterschiedlich lang auf verschiedenen Flächen, wobei „überleben“ bedeutet, dass sie theoretisch noch infektiös sein können. Influenzaviren, also jene, die Grippe auslösen, können auf glatten, harten Oberflächen über einen Zeitraum von über einem Tag hinweg infektiös bleiben. Bei eisigen Temperaturen verlängert sich diese Zeitspanne erheblich. Coronaviren hingegen, zu denen auch SARS-CoV-2 gehört, zeigten in Untersuchungen teilweise eine Lebenszeit auf Oberflächen von mehreren Tagen. In Einzelfällen wurden sie bis zu neun Tage lang nachgewiesen
Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass jede Kontaktoberfläche wie eine Türklinke automatisch eine Ansteckung verursacht. Wesentlich ist der Zustand der Viren: Sie beginnen sofort zu zerfallen, sobald sie die komfortable Umgebung einer Wirtszelle verlassen. Trotzdem kann die Übertragungsgefahr gerade bei hoher Belastung und schnell aufeinanderfolgenden Berührungen bestehen bleiben. Handhygiene ist deshalb ein zentraler Schutzfaktor. Studien zeigen, dass Viren auf Händen nur sehr kurze Zeit infektiös bleiben – oft nur wenige Minuten –, bevor sie durch Waschen oder Händedesinfektion entfernt werden.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Medizinische Universität Innsbruck und Wien)














