Mehr als 340.000 Industrie-Jobs verschwunden in Deutschland

Aus den Schornsteinen einer Anlage kommt Rauch, welcher in den blauen Himmel steigt. Für die Umwelt sind zu viele Schadstoffe problematisch. Umweltschützer kritisieren die Industrie stark.
Symbolbild © istockphoto/Freder

Eine aktuelle Auswertung belegt jetzt die traurige Entwicklung: In Deutschland sind über 340.000 Industrie-Jobs verschwunden. Experten gehen von weiteren Verlusten aus – und prognostizieren damit einen düsteren Trend, der Sorgen bereitet.

Während viele Branchen noch vor Kurzem über einen akuten Fachkräftemangel klagten, hat sich das Blatt auf dem deutschen Arbeitsmarkt inzwischen dramatisch gewendet. Die nackten Zahlen der Ökonomen verheißen nichts Gutes.

Trotz Qualifikation: Viele finden keine passende Stelle mehr

Ob als Berufseinsteiger oder als qualifizierte Fachkraft mit Erfahrung – eine passende Stelle zu finden, gestaltet sich derzeit für viele aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktlage kompliziert. Trotz zahlreicher Bewerbungen und viel Geduld berichten Arbeitssuchende von Absagen. Noch vor Kurzem war von Fachkräftemangel in Deutschland die Rede. Inzwischen sehen sich Unternehmen allerdings gezwungen, weniger Personal einzustellen und Stellen abzubauen. Nach Informationen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) beabsichtigen 36 Prozent der Betriebe einen Abbau im Jahr 2026. Vor allem die Industrie leidet, wie eine neue EY-Auswertung belegt.

Traurige Bilanz: Mehr als 340.000 Industrie-Jobs sind verschwunden

Aktuelle Zahlen des EY-Industriebarometers sprechen eine klare Sprache: Seit 2019 sind die Arbeitsplätze in der Industrie kontinuierlich gesunken. Demnach sind über 340.000 Stellen abgebaut worden, viele davon in der krisenbehafteten Autobranche. Dass Deutschland immer mehr Industriejobs verliert, ist laut Auswertung insbesondere auf die Umsatzentwicklung zurückzuführen. Seit Jahren gehen die Erlöse zurück. Nach zehn Quartalen im Minus zeigt sich inzwischen jedoch wieder ein Umsatzplus. Dieses wurde für das erste Quartal 2026 verzeichnet und beläuft sich auf 1,7 Prozent.

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Fachexperten warnen nun jedoch vor übereilten Urteilen. Demnach ist das Plus zwar als positives Zeichen zu werten, doch vorerst bleibt unklar, ob es sich tatsächlich um eine Trendwende handelt. Einige Ökonomen gehen von einem sich fortsetzenden Stellenabbau aus. Zudem ist die vergleichsweise positive Umsatzentwicklung vorrangig mit dem Aufschwung in der Metallindustrie zu erklären. Viele andere Branchen kämpfen weiterhin mit Schwierigkeiten. Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickelt. Nach aktuellem Stand bleibt die Lage vorerst wohl angespannt.

(Quellen: EY, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)