
Jetzt gelten für Krankschreibungen bald neue Regeln. Merz greift damit hart durch. Die Menschen sind davon alles andere als begeistert. Auch die Experten sind sich nicht einig, ob das etwas bringt.
Auf Millionen Arbeitnehmer in Deutschland könnten schon bald deutlich strengere Regeln für Krankschreibungen zukommen. Die Bundesregierung hat sich auf ein Reformpaket verständigt, das den Umgang mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen grundlegend verändern soll. Ziel der Maßnahmen ist es nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz, den hohen Krankenstand in Deutschland zu senken und damit Unternehmen zu entlasten.
Jetzt gibt es einige Änderungen
Die neuen Regeln für Krankschreibungen besagen unter anderem, dass man bald wieder ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung braucht. Bislang schreibt das Entgeltfortzahlungsgesetz grundsätzlich erst ab dem vierten Kalendertag eine Krankschreibung vor. Eine weitere wichtige neue Regel für Krankschreibungen betrifft die telefonische Krankschreibung. Diese Möglichkeit, die man während der Corona-Pandemie eingeführt hat, will man nach den Plänen der Bundesregierung abschaffen. Wer sich krankmelden möchte, muss dann künftig wieder persönlich eine Arztpraxis aufsuchen. Videosprechstunden sollen dagegen grundsätzlich weiterhin möglich bleiben.
Für Arbeitnehmer bedeutet das vor allem mehr organisatorischen Aufwand. Wer morgens mit Fieber oder einer Magen-Darm-Erkrankung aufwacht, müsste künftig bereits am ersten Tag einen Arzttermin organisieren. Experten befürchten deshalb, dass die Zahl der Arztbesuche deutlich ansteigt. Kritik kommt unter anderem von Ärzteverbänden. Sie warnen davor, dass die neuen Regeln Hausarztpraxen zusätzlich belasten könnten. Die neuen Regeln für Krankschreibungen könnten zudem dafür sorgen, dass mehr Menschen einfach wieder krank zur Arbeit erscheinen und damit Kollegen anstecken.
Merz greift jetzt streng durch
Die Bundesregierung verweist dagegen auf den zuletzt hohen Krankenstand in Deutschland. Nach Ansicht von Bundeskanzler Merz seien die Fehlzeiten für viele Unternehmen inzwischen zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung geworden. Mit den neuen Vorgaben will man Missbrauch erschweren und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken.
Auch unter Experten ist umstritten, ob die Reform tatsächlich den gewünschten Effekt erzielen wird. Bislang gibt es keine Belege dafür, dass die telefonische Krankschreibung für die gestiegenen Fehlzeiten verantwortlich ist.
(Quellen: Bundesregierung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Gemeinsamer Bundesausschuss)














