
Was viele befürchtet haben, könnte nun tatsächlich eintreffen. Noch unter der Merz-Regierung soll der Acht-Stunden-Tag fallen. Während die Arbeitgeber diesen Vorschlag begrüßen, sehen Arbeitnehmer ihre hart erkämpften Rechte in Gefahr.
Die Pläne der Merz-Regierung verdichten sich und sollen den Acht-Stunden-Tag endgültig abschaffen. Während Bürger und Gewerkschaften Sturm laufen, können sich die Parteien nicht über die Schärfe des Vorschlags einigen.
Merz-Regierung macht ernst und will den Acht-Stunden-Tag kippen
Jahrzehntelang haben Arbeitnehmer darum gekämpft, dass sie pro Tag eine maximale Arbeitszeit haben. Denn unter einem zu langen Arbeitstag leiden nicht nur die Freizeit und das Familienleben, sondern auch die Gesundheit der Menschen. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass nicht nur der Körper nach einiger Zeit erschöpft, sondern auch die mentale Gesundheit leidet.
Dennoch will die Regierung die maximale Arbeitszeit von acht bzw. zehn Stunden nun endgültig kippen. Bereits im Juli des letzten Jahres hatte Friedrich Merz angekündigt, dass man anstatt einer täglichen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einführen wolle. Dies soll nicht nur den Arbeitgebern, sondern auch den Arbeitnehmern mehr Flexibilität einräumen. Beispielsweise wäre so aufgrund einer höheren Tagesarbeitszeit auch eine Vier-Tage-Woche möglich.
Gewerkschaften sehen Gefahr: Neuer Vorschlag sorgt weiterhin für Diskussionen und Ablehnung
Gewerkschaften und andere Verbände, die die Interessen der Arbeitnehmer vertreten, sehen mit dieser Regelung jedoch die Gefahr, dass Arbeitgeber die Angestellten ausnutzen könnten. Es sei mit einer solchen Regelung gar nicht mehr möglich zu überprüfen, ob der Schutz der Arbeitenden überhaupt noch gegeben sei. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat nun, wie versprochen, einen Gesetzesentwurf hierzu vorgelegt und den Wegfall des Acht-Stunden-Tags an eine tägliche Arbeitszeiterfassung gekoppelt. Nur so könne man sicher sein, dass die Arbeitnehmer nicht ausgebeutet würden. Zudem solle es die wöchentliche Höchstarbeitszeit nur für diejenigen Beschäftigten geben, die einen Tarifarbeitsvertrag hätten. Alle anderen solle dieses neue Gesetz nicht betreffen.
Wie zu erwarten war, laufen Wirtschaftsverbände gegen diesen neuen Entwurf Sturm. Sie sehen die tägliche Begrenzung der Arbeitszeit als ein typisch deutsches Phänomen, mit dem man nicht viel wettmachen könne. Auch dem Koalitionspartner geht der neue Gesetzesentwurf nicht weit genug. Man könne auf dieser Grundlage nicht weiter miteinander im Gespräch bleiben. Währenddessen sehen die Deutschen ihre lang erkämpften Rechte in Gefahr und lehnen jegliches Gesetz ab, dass der Ausbeutung Tür und Tor öffnet.
(Quellen: tagesschau.de, Der Spiegel, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














