Merz-Regierung will neue Krankmeldung-Maßnahme einführen

Der Politiker und aktuelle Bundeskanzler Friedrich Merz sitzt auf einem Sessel und spricht über das Sozialsystem. Er droht mit neuen Reformen für den Staat. Diese betreffen die Rente, das Bürgergeld und die Krankenkasse. Viele Bürger machen sich Sorgen um ihr Geld.
Symbolbild © imago/Chris Emil Janßen

Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage von Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Nun will die Merz-Regierung neue Regeln einführen, um die Wirtschaft zu stärken. Doch die Pläne sorgen für reichlich Kritik.

Wer künftig eine Krankmeldung will, muss sich auf erschwerte Bedingungen einstellen. Die Bundesregierung plant wesentliche Änderungen ‒ und liefert aktuell viel Zündstoff.

Merz-Regierung will neue Regeln für Arbeitnehmer einführen

Ob die Zahl der Krankentage in Deutschland deutlich zu hoch ist, wird kontrovers diskutiert. Hierbei ist die Datenlage nicht ganz eindeutig: Während OECD-Daten Deutschland im Spitzenfeld sehen, platziert die Europäische Arbeitskräfteerhebung das Land lediglich im oberen Mittelfeld. Klar ist hingegen, dass die Zahl der Fehltage in den vergangenen Jahren angestiegen ist und seit 2022 auf hohem Niveau bleibt. Statistiken zeigen, dass die häufigsten Krankschreibungen hierzulande aufgrund von Atemwegserkrankungen erfolgen. Das kann etwa eine Erkältung sein. Auch psychisch bedingte Erkrankungen und Rückenschmerzen gehören zu den häufigen Gründen.

Krankschreibung: Diese Änderungen sind geplant

Um die schwächelnde Wirtschaft zu stärken, plant die Bundesregierung nun eine deutliche Verschärfung der bestehenden Regeln für Beschäftigte. Die Politik erhofft sich so eine Reduzierung der Fehlzeiten. Eine Änderung betrifft die attestierte Krankmeldung: Bislang genügte in der Regel ein ärztliches Attest ab dem vierten Tag. Konkret sieht das neue Reformpaket der Koalition vor, dass eine offizielle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) künftig grundsätzlich schon ab dem ersten Tag der Erkrankung vorgelegt werden muss.

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Doch das ist nicht alles: Zusätzlich will man die in der Corona-Zeit eingeführte telefonische Krankschreibung  abschaffen. Erkrankte müssten für einen Krankenschein demnach wieder persönlich in einer Arztpraxis erscheinen. Alternativ sollen Videosprechstunden möglich bleiben. Die Pläne der Regierung stoßen auf Kritik, da Ärzte und Arbeitsrechtler eine Überlastung der Arztpraxen sowie längere Ausfallzeiten durch den zusätzlichen Stress befürchten, dem kranke Arbeitnehmer ausgesetzt wären. In den sozialen Medien fallen die Reaktionen gemischt aus: „Ich sehe das auch kritisch. Anstatt die Ärzte zu entlasten, haut man drauf“, schreibt ein Instagram-Nutzer. „Die AU-Pflicht ab dem ersten Tag finde ich persönlich nicht mal so schlimm“, erklärt eine andere Person. Ob sich die Zahl der Fehltage tatsächlich reduziert, bleibt vorerst wohl unklar.

(Quellen: ZEIT, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)