Miet-Schock in Deutschland – jeder Dritte fürchtet um Wohnung

Mehrstöckige Wohnhäuser in einer Reihe, die in verschiedenen Farben gestrichen sind. Es sind Balkone, Markisen und Blumenkästen zu sehen. Einige der Wohnungen haben Satellitenschlüssel. Im Hintergrund sind Berge.
Symbolbild © istockphoto/Roberto Rizzi

Noch nie zuvor war Wohnen in der Bundesrepublik so teuer und auch noch so unsicher. Der Miet-Schock in Deutschland lässt jeden Dritten um seine Wohnung fürchten. Von den teils schwer zu bezahlenden Mietpreisen ganz zu Schweigen.

Deutschlands Mieter geraten finanziell immer stärker unter Druck. Eine neue Studie zeigt, wie wenig vom Einkommen vieler Haushalte nach dem Abzug der fixen Kosten am Ende des Monats noch übrig bleibt.

Wohnen in Deutschland: Für jeden dritten Mieter wird es eng

Die Kosten fürs Wohnen steigen weiter und treffen Haushalte mit kleinen Einkommen besonders hart. Eine Untersuchung des Instituts Wohnen und Umwelt im Auftrag des Deutschen Mieterbundes zeigt nun das Ausmaß der Belastung. Danach geben Millionen Mieter einen erheblichen Teil ihres verfügbaren Geldes für ihre Wohnung aus. Nach der Studie müssen rund 3,2 Millionen Mieterhaushalte mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Kaltmiete und Heizung aufbringen. Weitere etwa 3,4 Millionen liegen zwischen 30 und 40 Prozent. Insgesamt betrifft das damit rund 6,6 Millionen Haushalte.

Besonders dramatisch fällt die Lage bei den unteren Einkommen aus. Rund 8,3 Millionen Mieterhaushalte zählen zum einkommensschwächsten Drittel. Ihnen stehen durchschnittlich 1.417 Euro netto im Monat zur Verfügung. Davon verschlingen die Wohnkosten im Schnitt 48 Prozent. Auch die Wohnsituation selbst beeinflusst die Belastung. Menschen mit älteren Mietverträgen profitieren häufig von niedrigeren Preisen als Wohnungssuchende, die heute einen neuen Vertrag unterschreiben. Dadurch bleiben viele Mieter länger in ihrer bisherigen Wohnung, wenngleich sie eigentlich umziehen möchten.

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Wohnkosten gehen durch die Decke: Jetzt zeigt sich, wer besonders unter Druck steht

Die Studienergebnisse unterscheiden sich allerdings von der Statistik des Statistischen Bundesamtes. Dort gilt ein Haushalt erst bei einer Wohnkostenbelastung von mehr als 40 Prozent als überlastet. Dadurch fällt die ausgewiesene Quote deutlich niedriger aus. Der Vergleich zeigt: Die konkrete Definition entscheidet stark darüber, wie groß das Problem statistisch erscheint. Politisch setzt die Bundesregierung weiterhin auf die Mietpreisbremse, die bis Ende 2029 verlängert wurde.

In ausgewiesenen Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Anfangsmiete grundsätzlich höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Für bestimmte Neubauten gelten Ausnahmen. Für Mieter lohnt deshalb ein eigener Check. Bei einer neuen Wohnung können der örtliche Mietspiegel oder die ortsübliche Vergleichsmiete einen wichtigen Anhaltspunkt liefern. Bei Zweifeln an einer Mieterhöhung oder Abrechnung helfen außerdem Mietervereine und Verbraucherzentralen.

(Quellen: DMB, Destatis)