Mindestlohn steigt in Deutschland – „Doch nun warnen Betriebe“

Zu sehen ist die Hand einer Person mit braunen, abgenutzten Arbeitshandschuhen, die verschiedene Euro-Scheine und Euro-Münzen präsentiert. Schon bald erhalten Millionen Bürger mehr Geld, da der Mindestlohn steigt.
Symbolbild © istockphoto/fotojog

Seit der offiziellen Ankündigung, dass der Mindestlohn in Deutschland 2026 steigt, hagelte es im vergangenen Jahr von einigen Seiten Kritik. Während viele Menschen davon profitieren, sehen andere deutliche Nachteile.

Auf die Erhöhung des Mindestlohns haben Millionen Bürger Deutschlands gewartet. Dieser Akt der Bundesregierung bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich. Einige Betriebe warnen jetzt vor den negativen Folgen.

Mindestlohn steigt in zwei Etappen

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der Mindestlohn 13,90 Euro – also 1,08 Euro mehr als noch 2025. Bis dahin lag der Betrag bei 12,82 Euro. Die nächste Steigerung soll zum 1. Januar 2027 erfolgen. Dann sollen Arbeitnehmer mindestens 14,60 Euro pro Stunde erhalten. Nach Schätzung des Statistischen Bundesamtes profitieren derzeit etwa 4,8 Millionen Beschäftige von der Erhöhung. Vor allem Frauen seien unter den „Nießnutzern“, da diese häufiger in unterbezahlten Branchen tätig sind als Männer. Auch im bundesweiten Vergleich sind deutliche Unterschiede feststellbar. So macht sich die Erhöhung etwa in Sachsen deutlicher bemerkbar als in Bayern. Zu den besonders stark von der Lohnsteigerung betroffenen Branchen gehören indes das Gastgewerbe, Land- und Forstwirtschaft sowie die Kunst- und Unterhaltungsbranche.

Mindestlohn steigt, doch nicht alle jubeln

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Viele Angestellte und Arbeitnehmerverbände der Bundesrepublik fordern schon lange eine Erhöhung des Mindestlohns. Miete, Strom, Lebensmittel – bei stetig steigenden Lebenshaltungskosten ist dies nur allzu verständlich. Doch genau hier lauern auch viele Probleme. Mit dem gestiegenen Lohn haben Arbeitgeber höhere Personalausgaben. Diese müssen sie wiederum durch ihre Einnahmen kompensieren. Bedeutet im Umkehrschluss, dass Verbraucher beispielsweise bei Dienstleistern mehr bezahlen. Somit hat ein Arbeitnehmer zwar höhere Einnahmen, aber auch höhere Ausgaben.

Die gestiegenen Personalkosten führen im schlimmsten Fall dazu, dass einige Betriebe Stellen abbauen müssen, wenn sie sich nicht mehr alle Angestellten leisten können. Es ist also Vorsicht geboten! Wer sich in der einen Minute noch über mehr Lohn freut, könnte im nächsten Moment arbeitslos sein. Eine finanzielle Entlastung für die Verbraucher ist wiederum die Senkung Mehrwertsteuer in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent. Für Gastronomen sind genau diese beiden Faktoren jedoch kontraproduktiv: Geringere Einnahmen der Gäste und höhere Ausgaben beim Personal. Somit verwundert es kaum, dass die Regierung trotz guter Absichten nach wie vor Gegenwind von der Bevölkerung bekommt.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Deutsche Industrie- und Handelskammer)