Ministerin warnt vor Folgen geschlossener Schulen in Baden-Württemberg

Foto: CDU Baden-Württemberg / KD Busch - https://www.cdu-bw.de/presse/bilder/, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88341160

Karlsruhe-Insider (dpa/lsw) – Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann warnt angesichts der Debatte über geschlossene Schulen vor den sozialen Folgen.

«Es gibt viele Kinder – vor allem aus sozial schwächeren Verhältnissen -, die beim Lernen leider keine Unterstützung ihrer Eltern erhalten», sagte die CDU-Politikerin der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Montag).


Die Einschätzung von Kinderärzten und Psychologen müsse ernst genommen werden. Demzufolge benötigten Kinder dringend die Struktur und Stabilität, die Schulalltag und Präsenzunterricht ihnen vorgeben. Wichtig seien auch die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen und Lehrkräften, sagte die Ministerin.

Eisenmann bekräftigte zudem ihre Forderung, Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. Diesen Beschluss sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz an diesem Dienstag fällen, forderte sie. Die Schulen im Südwesten seien bisher keine besonderen Pandemietreiber gewesen, argumentierte ihr Ministerium. Mitte Dezember seien 7 von rund 4500 Schulen wegen der Pandemie komplett geschlossen gewesen, 813 von etwa 67 500 Klassen befanden sich damals vorübergehend in Quarantäne.

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