
Finanziell abgesichert zu sein, wünscht sich jeder. Die bittere Wahrheit aber ist: Viele gehören längst nicht mehr zur Mittelschicht, wenn sie in Deutschland unter folgendem Einkommensbetrag liegen. Dieser dürfte so manchen überraschen.
Sie ist nicht reich, aber auch nicht arm: die Mittelschicht. Wer zu ihr gehören möchte, muss laut Studie einen bestimmten Betrag erreichen.
Viele fühlen sich der Mitte zugehörig – doch die Schicht schrumpft.
Ein Großteil der Menschen in Deutschland ‒ laut dem Münchner ifo Institut sind es mehr als 80 Prozent ‒ glaubt, dass sie zur Mittelschicht zählen. Grundsätzlich bildet die Einkommensgruppe zwar die größte gesellschaftliche Schicht, doch insgesamt schrumpft sie seit Jahren. Statistisch gesehen fällt der Anteil eindeutig niedriger als 80 Prozent aus.
Dass immer weniger Menschen zur Mitte gehören, hat verschiedene Gründe. Es gibt mehr Niedriglohnjobs. Zudem wird der Lebensstandard durch weitere wirtschaftliche Faktoren geschmälert, zu denen Inflation und stagnierende Löhne zählen. Vor allem Rentner können heute nur davon träumen, ein finanziell sorgloses Leben zu führen. Zahlreiche Senioren liegen mit ihrem Einkommen unter dem, was die Gesamtbevölkerung im Schnitt erhält. Demnach zählen viele auch nicht zur Mitte – und insgesamt steigt das Risiko, in die Armut abzurutschen.
Zu wenig Geld: Wer nicht mehr zur Mittelschicht zählt
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat ergeben: Erst mit einem Nettoeinkommen, das sich in Deutschland auf mindestens 1.850 Euro monatlich beläuft, zählt man als Single zur Mittelschicht. Bei einem durchschnittlichen Verdienst und 45 Beitragsjahren kommt man als Rentner nicht an diese Summe heran. Die Standardrente beläuft sich auf etwas über 1.600 Euro netto.
Angesichts hoher Lebenshaltungskosten entscheiden sich viele mit kleiner Regelaltersrente dafür, auch im Ruhestand noch zu arbeiten und so etwas hinzuzuverdienen. Einen zusätzlichen Reiz für Rentner soll nun auch die vielfach diskutierte Aktivrente schaffen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Ob Miete, Lebensmitteleinkauf oder der Besuch im Café – klar ist, dass Millionen Rentner weiterhin mit finanziellen Sorgen zu tun haben werden und längst nicht zur Mitte zählen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Institut der deutschen Wirtschaft, Deutsche Rentenversicherung, Statistisches Bundesamt)














