
Erneut trifft die Modebranche eine Insolvenz. Die nächste deutsche Modemarke mit zahlreichen Filialen und langer Tradition ist pleite. Hunderte Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Arbeitsplätze, das Unternehmen um seine Zukunft.
Seit 2021 kämpft das Unternehmen bereits ums Überleben und doch hat es nicht gereicht. Erst kürzlich musste die Modemarke Insolvenz anmelden und versucht sich neuerlich an Sanierungsmaßnahmen.
Modemarke mit etlichen Filialen meldet Insolvenz an
Es scheint, als ob es der letzte Strohhalm ist, an den sich die Traditionsfirma klammert. Eterna steht seit 1863 für Hemden und Blusen mit hohen Qualitätsstandards. Seinerzeit in Wien gegründet, zog das Unternehmen 1935 im Zuge der Arisierung nach Passau um. Bekanntheit erlangte Eterna mit der Herstellung von Herrenmode – genauer gesagt mit Hemden mit halbsteifen Kragen. Anfang der 1980er-Jahre gelang Eterna der nächste Durchbruch: Das erste bügelfreie Baumwollhemd.
Die Corona-Pandemie versetzte der Erfolgsgeschichte einen Dämpfer. Hinzu kam ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen dem Ladengeschäft und dem Internethandel. 2021 leitete das Unternehmen deshalb eine Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht ein, jedoch ohne einen Insolvenzantrag zu stellen. Offenbar konnte sich Eterna bis heute nicht erholen, denn die Modemarke hat kürzlich Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Passau beantragt.
Modebranche in Schieflage – immer mehr Insolvenzen
In den vergangenen Monaten haben sich die Nachrichten über Pleiten in der Modebranche gehäuft. Eine Marke nach der anderen rutschte in die Insolvenz. Angefangen bei kleineren Namen, wie der Schuhkette Onygo oder der Wäschemarke Midoya, bis hin zu den großen Firmen Esprit oder Peek&Cloppenburg. Bei Eterna scheint jedoch noch nicht alles verloren, immerhin wurde der Online-Shop in diesem Jahr als „Top Shop 2025“ sowie als „Bester Online-Händler“ in der Kategorie Damen- und Herrenmode ausgezeichnet.
Dennoch bangen die rund 900 Mitarbeiter um ihre Jobs in den 28 Eterna-Läden, zehn Outlet-Stores und der Zentrale im niederbayerischen Passau. Verschiedenen Quellen zufolge will das Unternehmen mit dem Insolvenzverfahren die bereits laufende Sanierung vereinfachen. Was genau zu den Umstrukturierungen gehört, gaben die Verantwortlichen nicht preis. Jedoch sei die Rede davon, dass die Logistik ausgelagert und das Betriebsgelände verkauft wird. Ob auch die Schließung von Filialen und Stellenstreichungen dazugehören, ist bislang nicht bekannt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, TextilWirtschaft, Fashion United)














