
Mitten in der Hitzewelle rückt nun tatsächlich der Winterdienst aus. Was unglaublich klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Viele Menschen freuen sich darüber, denn es dient einem guten Zweck.
Deutschland ächzt aktuell unter den hohen Temperaturen. Und nun rückt auch noch mitten in der Hitzewelle der Winterdienst aus! Und das hat einen guten Grund.
Im Sommer: Ungewöhnlicher Anblick auf den Straßen
Ein ungewöhnlicher Anblick in Thüringen sorgt derzeit für Verwunderung. Denn mitten in der Hitzewelle sind plötzlich Winterdienstfahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Allerdings räumen sie weder Schnee, noch streuen sie Salz – stattdessen kühlen sie den Asphalt mit Wasser. Zum Einsatz kommen die Fahrzeuge im Unstrut-Hainich-Kreis. Dort verteilen die umfunktionierten Winterdienstwagen seit mehreren Tagen Wasser auf bestimmten Straßenabschnitten, um die Fahrbahnen vor Hitzeschäden zu schützen. Hintergrund ist ein Phänomen, das Experten als sogenannte „blutende Decke“ bezeichnen. Dabei wird das im Asphalt enthaltene Bindemittel Bitumen durch die hohen Temperaturen weich und steigt an die Oberfläche. Dadurch kann sich die Straße mitten in der Hitzewelle verformen und im schlimmsten Fall sogar zur Gefahr werden.
Besonders problematisch wird die Situation, wenn schwere Fahrzeuge wie Lastwagen über die aufgeheizten Straßen fahren. Unter dem enormen Gewicht kann der Asphalt nachgeben, wodurch Spurrillen und andere Schäden entstehen. Sobald die Temperaturen dann wieder sinken, härtet alles wieder aus und die Fahrbahn wird uneben. Asphalt kann sich an sonnigen Tagen auf weit über 50 Grad aufheizen, in Einzelfällen sind sogar Temperaturen von über 60 Grad möglich. Dadurch steigt das Risiko für Straßenschäden erheblich.
Winterdienst auch im Sommer beschäftigt
Die Wasserkühlung soll genau das verhindern. Die Maßnahme wird derzeit zwischen 8 und 18 Uhr getestet und gilt in Thüringen als Pilotprojekt. Dass man ausgerechnet Winterdienstfahrzeuge nutzt, hat einen einfachen Grund: In den Sommermonaten werden die Fahrzeuge nicht benötigt.
Thüringen reagiert mitten in der Hitzewelle inzwischen auch an anderer Stelle auf die zunehmenden Temperaturen. Erst vor wenigen Wochen startete das Bundesland eine neue Hitzeschutzplattform sowie eine digitale Karte mit kühlen Orten und Erfrischungsmöglichkeiten, um die Bevölkerung besser auf Extremtemperaturen vorzubereiten.
(Quellen: Deutscher Wetterdienst, Autobahn GmbH, Landesamt für Bau und Verkehr Thüringen)














