
Sehr zum Leidwesen der Kunden schließt nun ein weiterer Traditionsladen endgültig seine Türen. Nach 100 Jahren ist Schluss. Die Betreiber sehen keine andere Möglichkeit mehr, als das Geschäft aufzugeben.
Es gibt genug kleinere und größere Läden, die auf eine lange Tradition zurückblicken können. Inzwischen jedoch scheint dies kaum noch etwas wert zu sein. Denn nach 100 Jahren schließt ein weiterer Traditionsladen seine Türen, weil den Betreibern nichts anderes mehr übrig bleibt.
Immer mehr Läden schließen: Der Wandel der Gesellschaft als Teil des Problems
Die Kunden kaufen lieber Billigware aus Fernost, Qualität zählt nicht mehr so viel, sondern vielmehr der Preis. Die Innenstädte sterben aus, denn der stationäre Handel muss sich den neuen Gegebenheiten fügen. Doch an diesem Wandel ist nicht nur die wirtschaftliche Lage der Bürger schuld. Zwar halten immer mehr ihr Geld zurück, um für den Notfall gewappnet zu sein. Doch es gibt noch andere Umstände, die schuld an dieser Lage sind. So sehen Experten einen weiteren Grund darin, wie die neuen Generationen heranwachsen.
Traditionsladen schließt endgültig: Nach 100 Jahren geben Betreiber auf – aus einem traurigen Grund
Nach genau 103 Jahren schließt bald das Spielwarengeschäft Pecher an der Oststraße in Warendorf. Auch hier spielte Tradition bislang eine große Rolle. Denn zunächst konnte man hier nur Korbwaren und Kinderwagen kaufen. Nach und nach konnten Eltern dann auch Spielzeug für ihre Kinder bei Pecher finden. Seit 1990 führen Marion und Thomas Hölscher das Geschäft. Der Ehemann hatte dies von der Tochter des Gründers übernommen. Jedoch beklagt das Ehepaar, dass seit über zwei Jahren eine Baustelle vor dem Geschäft existiert und den Kunden den Zugang zum Laden deutlich erschwert. Zwei Jahre hintereinander blühte hier nicht einmal das Weihnachtsgeschäft.
Doch die Inhaber sehen den Grund nicht nur in der Baustelle. Heutzutage würden die Kinder anders aufwachsen. Eltern kaufen nicht mehr so lange Spielzeug. Immer früher erhält der Nachwuchs Zugang zu Tablets, Handys und anderen Geräten. Die Kinder hören immer früher auf, einfach nur Kinder zu sein. Auch aufgrund des zunehmenden Drucks aus dem Internet-Handel sieht das Betreiber-Paar nun keine andere Möglichkeit mehr, als das Geschäft zu schließen. Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen. Doch wann es zur endgültigen Schließung kommen soll, ist noch unklar. Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Die Filiale in Oelde wird weitergeführt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














