Nach 150 Jahren: Deutsches Traditionswerk macht endgültig dicht

Ein Arbeiter in silberner Schutzkleidung und mit einem Helm überwacht, wie eine große Menge flüssiger, heißer Stahl gegossen wird. Dabei entstehen Flammen, Funken und Rauch. Daneben steht eine weitere Apparatur zur Stahlverarbeitung.
Symbolbild © istockphoto/ Elena Bionysheva-Abramova

Trotz jahrelanger Versuche, das Traditionswerk aufrechtzuerhalten und in die schwarzen Zahlen zu führen, musste das Unternehmen nun endgültig den Betrieb einstellen. Hunderte Mitarbeiter bekommen die Kündigung.

Manche Rettungsversuche sind von Erfolg gekrönt, andere scheitern leider. Einem Traditionswerk in Bayern ist nun Letzteres widerfahren. Nach mehr als 150 Jahren Betriebsgeschichte ist das unvermeidliche Ende gekommen, und 300 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Ein Unternehmen mit bewegter Geschichte

Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz: Hier steht das Rohrwerk Maxhütte – noch. 1853 wurde die Eisenwerk-Gesellschaft Maximilians-Hütte, kurz Maxhütte, gegründet, um den vermehrten Bedarf an Schienen zu decken. In den vielen Jahren der Firmengeschichte gab es mehrere Insolvenzanmeldungen. Bereits 1987 ging die Maxhütte erstmals insolvent. Trotz Umstrukturierungen und neuer Anteilseigner folgte 1998 die zweite Insolvenz. Der deutsche Bauunternehmer Max Aicher stieg schon zuvor in das Unternehmen ein und führte über mehrere Jahre hinweg umfangreiche Sanierungen durch.

2002 wurde die Stahlerzeugung endgültig eingestellt. Das Rohrwerk wurde abgetrennt, saniert und eigenständig weiterbetrieben – daher auch der heutige Name. Einige Jahre lief es vermeintlich gut für das Rohrwerk Maxhütte, bis 2021 der nächste Antrag auf Insolvenz folgte. 2022 übernahm dann die britische Mertex-Gruppe und wurde neuer Eigentümer. Obwohl damit viele Aufträge kamen, hat es nicht gereicht. Aller Bemühungen zum Trotz schloss das Traditionswerk am 1. September 2025 final seine Tore.

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Deutsches Traditionswerk ist nach 150 Jahren am Ende

Einst arbeiteten in der Maxhütte Tausende Mitarbeiter. Das Stahlwerk zählte zu den bekanntesten in der gesamten Bundesrepublik. Zuletzt waren es noch 300 Beschäftigte, die nun allesamt gekündigt werden. Aktuell sind die Mitarbeiter freigestellt. Wenn die Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat wegen eines Sozialplans abgeschlossen sind, sollen die Kündigungen folgen.

Laut Insolvenzverwalter habe man in den vergangenen Monaten versucht, einen Investor zu finden. Ein erfolgloses Unterfangen. Es habe wohl Interessenten gegeben, jedoch hätten diese andere Preisvorstellungen als der Eigentümer der Immobilie gehabt. Das zugrunde liegende Problem daran ist, dass das Werk und die dazugehörigen Anlagen nicht der insolventen Gesellschaft gehören. Aufgrund der turbulenten Geschichte des Unternehmens wäre das Risiko schlicht zu groß und der Preis nicht gerechtfertigt gewesen.