Nach 160 Jahren: Insolvenz trifft jetzt deutsches Kult-Unternehmen

Eine moderne Offset-Druckmaschine in einer Druckerei. Bunte Papierrollen werden durch die Maschine gezogen und bedruckt. Die Papiere erscheinen unscharf durch die hohe Geschwindigkeit der Maschine.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Es ist eine dramatische Entwicklung: Nach über 160 Jahren führt eine Insolvenz nun zum endgültigen Aus eines namhaften Betriebs. Schon jetzt hat das Unternehmen den Geschäftsbetrieb eingeschränkt und muss die Beschäftigten bald entlassen. 

Das bittere Ende naht. Ein weiterer deutscher Betrieb schließt sein Werk. Was wirklich hinter dem traurigen Aus der traditionsreichen Firma mit namhaften Kunden steckt.

Nach 160 Jahren: Insolvenz und Schließung treffen bekannten Betrieb

Kataloge, Broschüren, Magazine – fast alles ist digital verfügbar. Wer auf Papier verzichtet, spart allerdings nicht nur Kosten, sondern schont auch Ressourcen wie Holz und Wasser. Die hohe Reichweite macht Onlineprodukte zudem für ein breiteres Publikum verfügbar. Allerdings hat die Digitalisierung zu Problemen und Herausforderungen in der Druckindustrie geführt. Unter anderem muss jetzt ein bekanntes Unternehmen nach über 160 Jahren den Betrieb einstellen. Das Aus ist offenbar nicht mehr abzuwenden.

Krise in der Branche: Viele Unternehmen leiden

Das deutsche Familienunternehmen aus Baden-Württemberg gibt es bereits seit 1861. Der strukturelle Wandel in der Branche hat dem traditionsreichen Betrieb spürbar zugesetzt. Eine Fortführung ist wohl nicht möglich. 70 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Die Suche nach neuen Arbeitsplätzen in der Branche dürfte sich angesichts der problematischen Lage schwierig gestalten. Ende Februar 2026 soll Schluss sein. Zuvor musste die Wennberg Großbuchbinderei Insolvenz anmelden. Damit ist das Werk in Vaihingen an der Enz nicht allein: Bereits 2025 traf es branchenübergreifend zahlreiche Betriebe. Für 2026 gehen Experten von über 24.000 Fällen aus allen Branchen aus.

Lesen Sie auch
Seuchen-Alarm trifft Zoo und Tierpark in deutscher Großstadt

Großaufträge sind weggefallen, etwa der berühmte Katalog des Möbel-Giganten IKEA. Das schwedische Unternehmen lässt den Katalog schon seit einigen Jahren nicht mehr als Printversion herstellen. Denn der Möbelhersteller bevorzugt ‒ ähnlich wie viele andere Geschäftspartner der Druckereien in Deutschland ‒ eine digitale Strategie. Auch Mercedes-Benz und bekannte Lifestyle-Magazine standen auf der Kundenliste von Wennberg. Ein neuer Investor hätte die Chancen einer Rettung erhöht, doch dieser konnte nicht gefunden werden. Seit Ende 2025 läuft der Betrieb nur eingeschränkt – und in wenigen Wochen dürften die Lichter für immer ausgehen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, von Wennberg Großbuchbinderei)