
Nach 30 Jahren erfolgreichen Bestehens ist nun ein weiteres deutsches Familien-Unternehmen insolvent. Damit hat die Pleitewelle ein neues Opfer gefunden. Und das soll noch längst nicht die Spitze des Eisbergs gewesen sein.
Ein weiteres deutsches Familien-Unternehmen muss sich nun der harten Realität in Deutschland beugen, denn es ist insolvent. Nach 30 Jahren auf dem Markt konnte es den Schwierigkeiten nicht mehr ausweichen und musste nun Konsequenzen ziehen.
Fest in Familienhand: Seit 30 Jahren erfolgreich auf dem Markt
Im Dezember 1996 gründete der Firmeninhaber das Unternehmen und konnte sich erfolgreich am Markt etablieren. Mit dem Standort in Hermersberg feiert der Betrieb in diesem Dezember sein 30-jähriges Jubiläum. Und genau das hat die Geschäftsführung vor, auch wenn die Zeiten momentan nicht so rosig sind. Am 27. Juli stellte der Gründer den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung und bleibt damit im Amt des Geschäftsführers. Deshalb leitet er weiterhin die Geschicke des Betriebes und bleibt in seinen Entscheidungen unabhängig. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Matthias Bayer von der Kanzlei Abel und Kollegen bestellt, um das Verfahren im Sinne der Gläubiger zu überwachen. Außerdem stehen bei den Abläufen dem Inhaber die Sanierungsexperten Jens Lieser und Alfred Kraus als Generalhandlungsbevollmächtigte zur Seite.
Deutsches Familien-Unternehmen insolvent: Das sind die nächsten Schritte
Hintergrund der Insolvenz der Seibel Kunststofftechnik GmbH ist vor allem die anhaltende Krise in der Automobilindustrie, die zu den Hauptabnehmern des Unternehmens gehört. Nun ist das Ziel des Insolvenzverfahrens eine nachhaltige Restrukturierung. Parallel dazu laufen bereits die ersten Gespräche mit potenziellen Investoren und Partnern, für die sich Mathias Seibel sowie die anderen Verantwortlichen optimistisch zeigen. Der Geschäftsbetrieb des Spezialisten für Kunststoff-Spritzgusstechnik läuft uneingeschränkt weiter. Kunden und Lieferanten werden regulär bedient. Die Löhne und Gehälter der rund 60 Mitarbeiter sind für die Monate Juli bis September 2026 über das Insolvenzgeld vollständig gesichert. Ab Oktober sollen sie wieder aus dem laufenden Betrieb gezahlt werden.
Doch wie konnte es überhaupt zur finanziellen Schieflage kommen? Zum einen liegt dies, wie schon erwähnt, an der kriselnden Automobil-Branche. Als Zulieferer hing das Unternehmen stark von dieser ab. Deren anhaltende Schwächephase traf Seibel direkt. Des Weiteren reduzierten die Kunden aus der Automobil- und Konsumgüterindustrie ihre Bestellungen drastisch. Auch die Nachfrage aus der Konsumgüterbranche brach spürbar ein. Massive Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Energie belasteten das Unternehmen zusätzlich. Die Kombination aus hohen Fixkosten und sinkenden Einnahmen zehrte die Reserven von Seibel fast vollständig auf. Dennoch will Seibel die Hoffnung nicht aufgeben und für eine starke Zukunft kämpfen.
(Quellen: LIESER Rechtsanwälte, Seibel Kunststofftechnik GmbH, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














