
Nach 50 Jahren Tradition und Leidenschaft muss ein weiteres deutsches Unternehmen alle seine Filialen schließen. Derzeit finden an den noch geöffneten Standorten der Kult-Kette Räumungsverkäufe statt. Über 1.000 Jobs stehen auf dem Spiel.
Trotz Insolvenz und Investorensuche hat die wirtschaftliche Schieflage der letzten Jahre ein weiteres Unternehmen in die Knie gezwungen. Nach einem halben Jahrhundert steht die Kult-Kette vor einem Scherbenhaufen.
Deutsche Kult-Kette nach fast 50 Jahren insolvent
Ende Januar hat das Amtsgericht Bielefeld ein erneutes Insolvenzverfahren in die Wege geleitet. Zu diesem Zeitpunkt blieben alle verbliebenen 87 Filialen der Hammer Raumstylisten GmbH vorerst geöffnet. Als Insolvenzverwalter bekam das Unternehmen Rechtsanwalt Stefan Meyer zur Seite gestellt. Zunächst ging es um die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und die Prüfung der finanziellen Situation. Der Betrieb der Heimwerker-Kette lief indes uneingeschränkt weiter.
Es ging schlicht darum, langfristige und starke Lösungen für Hammer zu finden. Die erste Insolvenz schloss das Unternehmen bereits 2025 in Eigenverwaltung ab. Die Liquiditätsprobleme des letzten Jahres seien zwar behoben, dennoch hielt die Krise weiter an. Mit dem neuen Verfahren wurde nach Investoren gesucht – bisher ohne Erfolg. Hammer hat mehr als 1.100 Angestellte, deren Zukunft nun ungewiss ist. Bislang haben sich die Gehälter über das Insolvenzgeld finanziert.
Hammer schließt nun alle Filialen
Seither sind einige Wochen vergangen. Von den einst 87 Filialen sind nur noch 41 übrig. Und auch haben am 1. April mit dem Räumungsverkauf begonnen. Zwar dauern die Verhandlungen mit zwei verbliebenen Interessenten noch an, eine adäquate Übereinkunft sei jedoch noch immer nicht zustande gekommen. Stefan Meyer wolle mit diesen drastischen Maßnahmen Umsatz generieren, der die Mieten und Personalkosten der übrig bleibenden Standorte decken soll.
Die bereits geschlossenen 46 Märkte sollen möglichst unter Erhalt der dortigen Arbeitsplätze an diverse Interessenten aus verschiedenen Branchen gehen. Vier weitere Interessenten hätten zudem ein ähnliches Konzept wie Hammer und würden sogar die Angestellten übernehmen. Zu wünschen wäre es den Mitarbeitern allemal, schließlich muss die Fachmarktkette die Gehälter seit dem 1. April wieder aus eigener Tasche zahlen. Dies sei unter den Gegebenheiten nicht lange tragbar.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Amtsgericht Bielefeld, PLUTA)














