
Nach 50 Jahren wieder da. Ein seltenes Raubtier ist in Deutschland zurückgekehrt und sorgt gleichermaßen für Staunen, Diskussionen und neue Herausforderungen. Allerdings ist es auch ein wichtiges Zeichen.
Nach 50 Jahren taucht es endlich wieder aus der Versenkung auf. Ein seltenes Raubtier ist in Deutschland zurückgekehrt und verursacht gleich ein wenig Wirbel. Dabei hat die Rückkehr auch durchaus eine positive Bedeutung.
Viele Wildtiere sind ausgestorben oder verschwunden
In Deutschland lebten früher viele Wildtiere, die heute ausgestorben oder lange Zeit verschwunden sind. Dazu gehören der Auerochse, der als Vorfahre unserer Hausrinder gilt, sowie der Tarpan, ein europäisches Wildpferd. Auch große Raubtiere wie Bär, Wolf und Luchs wurden über Jahrhunderte stark gejagt und aus vielen Regionen verdrängt. Hauptursachen für das Aussterben vieler Tierarten waren häufig die intensive Jagd, die Abholzung von Wäldern und die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch den Menschen. Mit der Industrialisierung und dem Wachstum von Städten nahm außerdem der Lebensraum für viele Tiere immer weiter ab. Doch nun ist nach 50 Jahren ein seltenes Raubtier tatsächlich nach Deutschland zurückgekehrt.
Es übernimmt bedeutende Rolle an Flüssen und Seen
Über viele Jahrzehnte hinweg war auch der Fischotter in Nordrhein-Westfalen verschwunden und galt dort als ausgestorbene Tierart. Heute bemühen sich Natur- und Umweltorganisationen jedoch darum, gefährdete Tiere zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten. Einige Arten wie Wolf, Biber und Luchs kehren inzwischen wieder nach Deutschland zurück. Diese Rückkehr zeigt, dass sich die Natur erholen kann, wenn Tiere geschützt und ihre Lebensräume bewahrt werden. So entdeckten Experten an der Lippe schon vor etwa 4 Jahren erste Hinweise auf die Rückkehr eines weiteren seltenen Raubtiers. Sie konnten den seltenen und scheuen Fischotter zunächst zufällig beobachten und später sogar mehrfach anhand von Spuren eindeutig nachweisen.
Die Rückkehr des Fischotters zeigt, dass sich die Natur an dem Fluss zunehmend erholt und die Renaturierung der Ufer- und Wasserlandschaften erfolgreich verläuft. Da Fischotter auf sauberes Wasser, ruhige Lebensräume und genügend Nahrung angewiesen sind, gelten sie als wichtiger Indikator für eine gesunde Umwelt und stabile Ökosysteme. So breitet sich der Fischotter zunehmend im Münsterland und darüber hinaus aus. In mehreren Regionen wie Borken, Coesfeld und Recklinghausen wurden Sichtungen und Spuren von Fischottern entdeckt. Weil der Fischotter vor allem ältere, geschwächte oder kranke Fische erbeutet, hilft er dabei, die Fischbestände gesund und stabil zu halten. So übernimmt der Fischotter eben eine bedeutende Rolle für das ökologische Gleichgewicht an Flüssen und Seen.
(Quellen: Lippeverband, NABU NRW, NRW-Umweltministerium, PETA, Max-Planck-Institut)














