
Immer mehr Unternehmen in Deutschland hadern mit der angespannten Wirtschaftssituation im Land. Obwohl es eigentlich gut aussah für eine berühmte Kult-Modekette, steht sie nun doch wieder vor dem Aus.
Auch nach einer geglückten Rettung kann es für ein angeschlagenes Unternehmen immer noch schwierig werden. So erfährt das gerade eine in Deutschland vertretene Kult-Modekette, die jetzt wieder vor dem unglücklichen Aus steht.
Zwischen Glanz und Realität: Wie eine Kultmarke ins Wanken geriet
Feine Schaufenster, edle Anzüge, Toplagen in Innenstädten – Wormland war lange Inbegriff moderner Männermode. Doch nur ein Jahr nach der letzten Rettung steht der Herrenausstatter wieder vor der Insolvenz. Der Antrag beim Amtsgericht Osnabrück markiert die zweite Pleite innerhalb von 18 Monaten – ein deutliches Signal für die Misere des stationären Modehandels. Neun Filialen betreibt das Unternehmen deutschlandweit, etwa in München, Hamburg und Berlin. Doch die Premiumlagen, einst Aushängeschild der Marke, werden nun zum Problem: hohe Mieten, Energiekosten und sinkende Kundenzahlen drücken auf die Bilanz. Selbst solide Umsätze reichen nicht mehr aus, um die Kosten zu decken.
Vor allem der Herrenmodemarkt leidet. Männer kaufen seltener Kleidung, viele bestellen lieber online – bequem, günstiger und mit einfacher Rückgabe. Die Boutiquen in den Innenstädten verlieren dadurch zunehmend an Bedeutung. Laut Branchenkennern stagniert das Segment, während Damenmode und Kinderkleidung dank wechselnder Trends stabiler bleiben. Trotz allem läuft der Betrieb weiter. Rund 250 Beschäftigte, die jetzt um ihre Zukunft bangen, halten die Läden offen, während ein Insolvenzverwalter nach Investoren sucht.
Was die Pleite über die deutsche Modebranche verrät
Dass Wormland erneut strauchelt, zeigt, wie angespannt die Lage im Modehandel ist. Bereits Anfang 2024 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet und wurde vom Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann übernommen. Doch steigende Kosten, Inflation und verändertes Kaufverhalten ließen die Erholung scheitern. Der Handelsverband Deutschland berichtet, dass seit 2020 rund 15.000 Modegeschäfte schließen mussten. Innenstädte verlieren dadurch weiter an Attraktivität.
Onlinehändler dagegen profitieren – mit schnellen Lieferungen, Rabatten und Rückgabefreiheit. Wer lokale Geschäfte erhalten will, kann gezielt dort kaufen oder Click-&-Collect-Angebote nutzen. Auch andere Labels stehen unter Druck: Der Bademodenhersteller Adolf Riedl ist insolvent, Puma baut Hunderte Stellen ab. Der Modemarkt sortiert sich neu – zwischen digitalem Wachstum und leer werdenden Einkaufsstraßen. Für Wormland bleibt jetzt nur die Hoffnung auf einen Käufer.
(Quellen: dpa, Insolvenzregister)














